Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Grundschüler: Besitz eines Mobiltelefons beeinflusst Lesefähigkeiten negativ
Ob die Kinder ihr Mobiltelefon in der Schule bei sich trugen oder nicht, spielte für das Testergebnis keine Rolle. Vielmehr stand der Besitz des Telefons an sich mit einem schlechteren Leseverständnis in Zusammenhang, so die Forschenden.
„Kinder, die ihr Telefon mit in die Schule brachten, erzielten dieselben Leseergebnisse wie Kinder, die an diesem Tag kein Telefon in der Schule dabei hatten“, erklärte die leitende Forscherin Patricia Greenfield in einer Pressemitteilung.
„Es ist also der Besitz eines Telefons – und nicht dessen unmittelbare Anwesenheit –, der im Grundschulalter mit einem schlechteren Leseverständnis korreliert“, sagte Greenfield. Sie ist Professorin für Psychologie an der University of California, Los Angeles.
Die Wissenschaftler*innen machten diese überraschende Entdeckung im Rahmen eines Experiments, mit dem untersucht werden sollte, ob Handyverbote an Schulen die Lernleistungen von Schülern verbessern könnten.
Um festzustellen, ob Mobiltelefone die für gute Prüfungsergebnisse erforderliche Konzentration beeinträchtigen, baten die Forscher 55 Sechstklässler und 51 Drittklässler im Los Angeles County, einen Test zum Leseverständnis zweimal zu absolvieren.
Von diesen 106 Kindern gaben 60 an, ein eigenes Mobiltelefon zu besitzen – darunter 22 Drittklässler und 38 Sechstklässler. Am Tag des Experiments hatten 37 der Kinder ihr Telefon mit in die Schule gebracht.
Bei einem der Tests wurden die Schüler, die ihr Telefon mitgebracht hatten, gebeten, es während der Bearbeitung offen neben sich liegen zu lassen. Beim anderen Test wurden sie aufgefordert, ihre Telefone wegzulegen.
Die Ergebnisse zeigten, dass es keinen Unterschied machte, ob das Mobiltelefon während des Tests offen dalag oder nicht. Die Kinder erzielten in etwa dieselben Ergebnisse, unabhängig davon, ob das Telefon neben dem Testbogen lag oder nicht.
Der Besitz eines eigenen Mobiltelefons hatte jedoch einen Einfluss auf die Leseergebnisse. Kinder, die ein Telefon besaßen, zeigten ein schlechteres Leseverständnis als Kinder ohne eigenes Telefon.
„Daraus lässt sich schließen, dass Eltern, denen die Lesefähigkeiten ihrer Kinder am Herzen liegen, darauf verzichten sollten, ihren Kindern bereits in der Grundschulzeit ein eigenes Mobiltelefon zu geben“, schrieben die Autor*innen in ihrer Studie. Sie stellten fest, dass das Alter, in dem ein Kind sein erstes Handy erhielt, keinen Einfluss auf die Testergebnisse zu haben schien.
„Wir haben festgestellt, dass es kein bestimmtes Alter gibt, in dem die Anschaffung eines Handys für das Kind besser oder schlechter für das Leseverständnis wäre; entscheidend ist lediglich, ob das Kind überhaupt ein Handy besitzt“, sagte Greenfield. „Das gilt sowohl für die dritte als auch für die sechste Klasse.“
Das Forschungsteam konnte nicht erklären, warum der Besitz eines Handys die Lesefähigkeiten von Grundschülern beeinträchtigen könnte.
„Es bedarf Längsschnittstudien, um zu klären, ob eine frühe Handynutzung die spätere Entwicklung des Leseverständnisses beeinflusst, ob Kinder mit besseren Lesefähigkeiten eher bestimmte handybezogene Aktivitäten ausüben und ob beide Aspekte von nicht erfassten Drittvariablen beeinflusst werden“, schrieben die Forscher.
Kinder mit Migrationshintergrund könnten durch das Schreiben von Textnachrichten lernen
Die Expert*innen stießen jedoch auf eine positive Erkenntnis für Kinder aus Haushalten, in denen nicht Englisch gesprochen wird: Je früher diese Kinder begannen, ihr Handy zum Schreiben von Textnachrichten zu nutzen, desto besser war ihr Leseverständnis.
„Wenn ein Kind ein Handy besitzt und aus einer Familie kommt, in der zu Hause kein Englisch gesprochen wird, wirkt es sich positiv auf das Leseverständnis aus, wenn es früher statt später mit dem Schreiben von Textnachrichten beginnt“, erklärte Greenfield. „Tatsächlich wiesen Schüler aus arabisch- oder spanischsprachigen Haushalten, die bereits in der zweiten oder dritten Klasse mit dem Schreiben von Textnachrichten begannen, in der sechsten Klasse ein ähnliches Leseverständnis auf wie ihre Mitschüler, die noch kein Handy besaßen.“
Quellen: HealthDay, University of California, Behavioral Sciences
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Der Bauernhof-Effekt, so klar wie nie zuvor
Kinder, die in einer bäuerlichen Umgebung aufgewachsen sind, bekommen weniger Allergien, Heuschnupfen und Asthma als Stadtkinder. Dieser sogenannte Bauernhofeffekt wurde in mehreren Beobachtungsstudien weltweit ermittelt. Höchstwahrscheinlich ist er darauf zurückzuführen, dass diverse Bakterien aus der Stallluft überschießende Entzündungsreaktionen des Immunsystems verhindern, wie sie für Allergien, Heuschnupfen und Asthma kennzeichnend sind. Aber welche Bakterien genau? Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Markus Ege vom Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums und dem Institut für Asthma- und Allergieprävention am Helmholtz Munich haben erstmals gezeigt, „welche Bakterien in der Stallluft den Bauernhofeffekt auslösen, welche Stoffe der Bakterien ihn vermitteln und an welchen Rezeptoren im Körper sie andocken, um ihre potenzielle schützende Wirkung zu entfalten.“ Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „New England Journal of Medicine - Evidence“ veröffentlicht.
Seit Jahren liest man immer wieder von der Hygienehypothese. Sie war 1989 entstanden, nachdem drei Jahrzehnte lang ein dramatischer Anstieg von Allergien, Heuschnupfen und Asthma bei Kindern in westlichen Industrienationen beobachtet worden war. Alles Erkrankungen, bei denen das Immunsystem entzündlich überreagiert und körpereigene Strukturen angreift. Warum? Aus Unterforderung in der frühen Kindheit - besagt die Hygienehypothese: Das Abwehrsystem von Kindern, die zu wenig mit Umweltkeimen und banalen Schnupfenviren konfrontiert sind, läuft leichter fehl. „Mädchen und Jungen, die auf Bauernhöfen aufgewachsen und einer großen Vielfalt von Mikroben ausgesetzt sind, haben das Problem deutlich seltener“, sagt Prof. Markus Ege. Denn ihr Immunsystem ist ständigen bakteriellen Sparringspartnern aus der Stallluft ausgesetzt und wird damit so trainiert, dass überschießende Entzündungsreaktionen vermieden werden.
Eindeutig bewiesen ist die Hygienehypothese allerdings nicht. Denn sie beruht weitgehend auf Beobachtungsstudien. „Diese können nur mehr oder weniger überzeugend Zusammenhänge nahelegen“, sagt Epidemiologe Ege: „Aber mit unserer neuen Studie können wir das nun sehr plausibel tun, weil wir die einzelnen Glieder der vermuteten Kausalkette benennen können: Bakterien, die beteiligten Stoffwechselprodukte der Mikroben und menschliche Rezeptoren.“
Wie vorgegangen wurde
Die Forschenden nutzten die Daten von über 1.000 Kindern aus großen europäischen Studien in ländlichen Regionen. Von allen Mädchen und Jungen lagen zwei Arten von Proben vor: Nasenabstriche und Staub aus der Matratze. Zusätzlich wurden bei 47 Bauernhofkindern Staubproben aus Kuhställen genommen. Die Forschenden haben dann geschaut, welche Bakterien und Pilze in diesen Proben vorkommen, wie diese Mikroorganismen zusammenhängen und ob bestimmte Mikroben-Gruppen die Mädchen und Jungen vor Asthma schützen.
Dafür verwendeten die Epidemiologen und Bioinformatiker moderne Gen- und Stoffwechselanalysen und entwickelten am Computer Modelle. Durch eine Art Ausschlussverfahren kamen sie letztlich den entscheidenden Mikroorganismen auf die Schliche. Zusätzlich prüften sie, ob Gene der Kinder diesen Schutz beeinflussen. Zur Bestätigung nutzten die Expert*innen außerdem Daten aus Frankreich und Finnland.
Die Ergebnisse
„Wir haben wenige Bakterien identifiziert, die wir nun bis auf Spezies-Ebene genau benennen können“, sagt Giuila Pagani, Erstautorin der Studie und Bioinformatikerin am Institut für Asthma- und Allergieprävention bei Helmholtz Munich, „zum Beispiel Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis. Diese sogenannten gram-positiven Bakterien vermitteln zusammen zwei Drittel des gesamten Bauernhofeffekts auf Asthma und zur Hälfte auf Heuschnupfen und Neurodermitis.“ Die Bakterien stammen aus dem Verdauungstrakt der Kuh, wo sie Stoffe wie Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure produzieren oder verstoffwechseln, die leicht eingeatmet und von den zwei Rezeptoren AhR und PPARy auf den menschlichen Atemwegszellen erkannt werden können. „Diese Rezeptoren“, erklärt Ege weiter, „haben vielfältige Funktionen unter anderem im Immunsystem, sie verhindern vermutlich eine überschießende Entzündungsreaktion.“ Ihre Rolle im Bauernhof-Effekt war zuvor nicht bekannt. Zum ersten Mal ist mithin die gesamte biologische Kette sichtbar: Kuh → Stallluft → Bakterien → Stoffwechselprodukte → menschliche Rezeptoren → Schutz vor Asthma.
Die neuen Erkenntnisse können jetzt von Laborforschern genutzt werden, um die molekularen und zellulären Mechanismen des Bauernhof-Effekts zu entschlüsseln. Das eröffnet die Perspektive, ein Medikament zu entwickeln, das den Bauernhof-Effekt nachahmt - ohne dass sich Kinder dafür im Kuhstall aufhalten müssen.
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Philipp Kressirer - Kommunikation und Medien, LMU Klinikum München
________Quellen: idw-online.de, LMU Klinikum München, NEJM Evidence
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Gesund durch Herbst und Winter: So schützen Sie Ihr Kind vor Infektionen
Krankheitserreger verbreiten sich in Schulen und an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, besonders schnell. Ein paar einfachen Maßnahmen tragen dazu bei, Krankheiten zu vermeiden.
Hygiene
Händewaschen ist eine der besten Methoden, um Krankheitserreger abzuwehren. Kinder sollten sich die Hände etwa 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife zu waschen; das Singen eines kurzen Liedes kann dabei helfen, die Zeit einzuhalten. Händehygiene ist insbesondere vor den Mahlzeiten, nach dem Toilettengang und direkt nach der Rückkehr aus der Schule wichtig.
Ist die Familie unterwegs, ist ein Händedesinfektionsmittel mit mindestens 60 % Alkohol eine gute Alternative.
Für Kinder fällt es oft schwer, sich nicht ins Gesicht zu fassen – doch genau das hilft entscheidend dabei, Krankheitserreger vom Körper fernzuhalten. Eltern sollten ihre Kinder daran erinnern, die Hände von Augen, Nase und Mund fernzuhalten.
Wenn Kinder niesen oder husten müssen, sollten sie ein Taschentuch verwenden und dieses sofort danach entsorgen. Ist kein Taschentuch greifbar, ist das Niesen oder Husten in die Armbeuge die zweitbeste Möglichkeit, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern.
Impfschutz
Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind altersgerecht und zeitgerecht nach aktuellem Impfkalender geimpft ist. Denn dies ist eine weitere wichtige Maßnahme, um es vor Infektionen zu schützen.
Die Grippeimpfung wird für Kinder mit bestimmten Grundkrankheiten ab einem Alter von sechs Monaten jährlich empfohlen. Dazu gehören z.B. Kinder mit Asthma, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung), Kinder mit einer chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheit, mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit, mit einer neurologischen oder neuromuskulären Grundkrankheit, einem eingeschränkten Immunsystem (beispielsweise bei Einnahme von hoch dosiertem Kortison oder durch Chemotherapie bei Krebserkrankungen).
Stärkung des Immunsystems
Ausreichend Schlaf ist entscheidend für ein starkes Immunsystem. Die meisten Kinder im Schulalter benötigen etwa neun bis zwölf Stunden Schlaf pro Nacht. Eine feste Routine vor dem Schlafengehen kann Kindern helfen, zur Ruhe zu kommen und die nötige Erholung zu finden, um gesund zu bleiben.
Eine gesunde Ernährung, d.h. eine ausgewogene Mischung aus Obst, Gemüse, mageren Eiweißquellen und Vollkornprodukten, trägt dazu bei, das Immunsystem Ihres Kindes zu stärken.
Kinder sollten auch ermahnt werden, regelmäßig Wasser zu trinken, um ausreichend mit Flüssigkeit versorgt zu bleiben.
Es ist auch ratsam, Kinder daran zu erinnern, in der Schule keine Gegenstände wie Wasserflaschen, Essbesteck oder Kopfbedeckungen zu teilen, da auf diesem Weg leicht Krankheitserreger übertragen werden können.
Leidet ein Kind unter Fieber, Husten oder Halsschmerzen, bleibt es besser Hause, damit es sich ausruhen kann und keine Mitschüler ansteckt.