Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".
Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@web.de
Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht
RSS Feed kinderaerzte-im-netz.de
-
E-Bike-Verletzungen nehmen bei US-amerikanischen Jugendlichen zu
Die AAOS-Pressemitteilung berichtet von einer Zunahme der E-Bike-bedingten Verletzungen bei Jugendlichen um über 300% im Zeitraum von 2017 bis 2023.
Die Analyse basiert auf Daten eines pädiatrischen Level-1-Traumazentrums (höchste Versorgungsstufe für Kinderkliniken in den USA – vergleichbar mit einem „Maximalversorger“ speziell für Kinder) in San Diego (Rady Children’s Hospital / University of California San Diego). Insgesamt wurden 338 Kinder und Jugendliche untersucht, die zwischen 2017 und 2023 aufgrund von Fahrradunfällen behandelt wurden.
Dabei zeigte sich, dass Patient*innen nach E-Bike-Unfällen im Durchschnitt älter waren als jene nach Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern (12,6 vs. 10,3 Jahre). Zudem wiesen sie häufiger einen höheren sozioökonomischen Status auf, was möglicherweise mit den höheren Anschaffungskosten von E-Bikes zusammenhängt.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass E-Bike-Unfälle häufiger mit schweren orthopädischen Verletzungen einhergehen. Betroffene erlitten insbesondere häufiger Verletzungen der Extremitäten sowie Knochenbrüche als Gleichaltrige nach Unfällen mit klassischen Fahrrädern.
Diese Verletzungen sind klinisch relevant, da sie oft eine operative Versorgung, einen Krankenhausaufenthalt und anschließende Rehabilitation erfordern. Mehrfachverletzungen können die postoperative Mobilisierung erheblich erschweren und führen nicht selten zu längeren Ausfallzeiten in Schule und Alltag. Als mögliche Ursache für die erhöhte Verletzungsschwere wird unter anderem die höhere Geschwindigkeit von E-Bikes diskutiert. Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft den Helmgebrauch: Kinder und Jugendliche auf E-Bikes trugen häufiger einen Helm als Nutzer*innen herkömmlicher Fahrräder. Gleichzeitig wurden Kopfverletzungen häufiger bei klassischen Fahrradunfällen beobachtet.
Die Autor*innen betonen, dass mit der zunehmenden Verbreitung und sinkenden Kosten von E-Bikes künftig mit weiter steigenden Verletzungszahlen zu rechnen ist. Daher könnten präventive Maßnahmen wie Regulierungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Schulungen zum sicheren Fahren an Bedeutung gewinnen.
Quellen: healio.com, News release of the American Academy of Orthopaedic Surgeons Annual Meeting
-
Schulstart ohne Rückenschmerzen: Worauf es bei Schulranzen, Rucksack und Tablet ankommt
Wer den Schulranzen oder Rucksack richtig trägt, im Sitzen regelmäßig die Haltung wechselt und den Schulalltag mit ausreichend Bewegung ausgleicht, kann Rückenschmerzen vorbeugen. „Schmerzen im Rücken entstehen häufig, wenn Kinder und Jugendliche über längere Zeit mit nach vorne geneigtem Kopf auf Tablet oder Smartphone schauen und sich im Alltag insgesamt zu wenig bewegen. Der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Sport und Spielen nach dem Unterricht stärken Rücken- und Rumpfmuskulatur und sind der beste Schutz vor Rückenbeschwerden“, sagt der stellvertretende DGOU-Präsident Dr. Jörn Dohle.
Fünf Tipps der DGOU für einen gesunden Rücken im Schulalltag
- Schulranzen richtig einstellen: Der Ranzen sollte zur Körpergröße passen, eng am Rücken anliegen und gut gepolsterte Schultergurte besitzen.
- Immer beide Schultergurte nutzen: Einseitiges Tragen belastet Schultern und Wirbelsäule unnötig. Auch für Jugendliche ist ein Rucksack meist besser als eine Schultertasche.
- Nur das Nötigste einpacken: Nicht benötigte Bücher und Materialien sollten zu Hause oder im Schließfach bleiben. Schwere Gegenstände gehören möglichst nah an den Rücken.
- Bildschirmpausen einlegen: Beim Arbeiten mit Tablet oder Laptop regelmäßig aufstehen, die Haltung wechseln und den Blick vom Bildschirm lösen. Auch Smartphones sollten möglichst nicht dauerhaft mit stark gebeugtem Kopf genutzt werden.
- Tablet richtig nutzen: Tablet und Laptop nicht auf den Beinen sondern möglichst auf Tischhöhe nutzen, regelmäßig aufstehen und die Haltung wechseln.
Der richtige Schulranzen entlastet den Rücken
Viele Eltern achten vor allem auf das Gewicht des Schulranzens. Aus orthopädischer Sicht kommt es jedoch in erster Linie darauf an, dass der Ranzen zur Körpergröße passt, eng am Rücken anliegt und immer mit beiden Schultergurten getragen wird. „Ein ergonomisch angepasster Schulranzen verteilt die Last gleichmäßig und ist für gesunde Kinder in der Regel kein Risiko für den Rücken. Viel wichtiger ist, den Ranzen regelmäßig richtig einzustellen, nur das mitzunehmen, was wirklich benötigt wird, und den Schulweg möglichst aktiv zu gestalten: zu Fuß oder mit dem Fahrrad“, sagt Prof. Dr. Thomas Wirth, Leiter der DGOU-Sektion Kinder- und Jugendorthopädie und -traumatologie.
Mit dem Alter verändern sich die Belastungen
Während Grundschulkinder meist ergonomische Schulranzen tragen, wechseln viele Jugendliche zu Schultertaschen oder Messenger-Bags. Gleichzeitig verbringen sie sowohl im Unterricht als auch zu Hause viele Stunden an Computern, Tablets und Handys. „Gerade Jugendliche unterschätzen häufig, wie sehr eine einseitig getragene Tasche oder eine dauerhaft gebeugte Haltung Nacken und Rücken belasten kann“, sagt Wirth. „Wenn möglich, sollten auch ältere Schülerinnen und Schüler einen Rucksack auf beiden Schultern tragen.“
Bewegung in den Schulalltag einbauen
Kinder und Jugendliche sollten Bewegung möglichst fest in ihren Tagesablauf einbauen. Schon der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Treppensteigen statt Aufzugfahren oder aktives Spielen in den Pausen helfen, den Rücken zu entlasten. Nach den Hausaufgaben sorgen Toben, Ballspielen, Radfahren oder Vereinssport für einen wichtigen Ausgleich zu den vielen Sitzphasen im Unterricht. Auch beim Lernen gilt: Spätestens nach 30 bis 45 Minuten sollten Kinder aufstehen, sich strecken und ein paar Schritte gehen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten sich Kinder täglich mindestens 60 Minuten moderat bis intensiv bewegen.1 „Kinder müssen aber nicht jeden Tag Leistungssport treiben. Entscheidend ist, dass Bewegung selbstverständlich zum Alltag gehört und Sitzzeiten immer wieder unterbrochen werden“, sagt DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Bernd Kladny. „Schon viele kleine Bewegungseinheiten summieren sich und fördern eine gesunde Entwicklung des gesamten Bewegungsapparates.“
Tablets ergonomisch nutzen
Tablets gehören heute in vielen Schulen zum Unterricht. Damit sie den Rücken und Nacken möglichst wenig belasten, sollten sie auf einem Tisch liegen und eventuell mit einer Halterung leicht erhöht werden. So bleibt der Bildschirm auf Augenhöhe und der Kopf muss nicht dauerhaft nach vorne geneigt werden. Ein passender Stift kann zudem helfen, eine entspannte Sitzhaltung beizubehalten. „Die Körperhaltung bei der Nutzung des Tablets ist entscheidend für die Rückenbelastung“, sagt Kladny. „Wer den Bildschirm möglichst auf Augenhöhe positioniert, die Unterarme auf dem Tisch abstützt und regelmäßig Bewegungspausen einlegt, entlastet Nacken und Rücken deutlich.“
Rückenbeschwerden lassen sich meist vermeiden
Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind nur selten auf den Schulranzen zurückzuführen. Häufig spielen eine unzureichend trainierte Rumpfmuskulatur, zu wenig Bewegung sowie langes Sitzen in einer ungünstigen Körperhaltung eine Rolle. Die DGOU empfiehlt Eltern, Bewegung möglichst selbstverständlich in den Familienalltag zu integrieren, etwa durch einen aktiven Schulweg, gemeinsame Freizeitaktivitäten oder regelmäßige Sportangebote. Halten Rückenschmerzen über mehrere Wochen an, nehmen sie zu oder treten sie auch in Ruhe oder nachts auf, sollten sie orthopädisch abgeklärt werden.
Referenzen:
1) WHO: Eine Epidemie der Ungleichheit: Jugendliche aus einkommensschwachen Familien tragen höheres Risiko in Bezug auf Adipositas, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. 23.05.2024.
_____________
Susanne Herda, Swetlana Meier - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.
_____________
Quellen: idw-online.de, DGOU -
Starkes Übergewicht im Jugendalter ist möglicherweise besser bekämpfbar als bisher angenommen
Eine im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichte Studie zeigte, dass Jugendliche über eine gewisse metabolische (Stoffwechsel-) Flexibilität verfügen, die im Erwachsenenalter weitgehend verloren geht. Die Ergebnisse der Forschenden von der Duke University School of Medicine deuten darauf hin, dass die Reaktion des jugendlichen Körpers auf Übergewicht grundlegend anders und potenziell besser umkehrbar ist.
„Lange Zeit neigte die Medizin dazu, Jugendliche wie kleine Erwachsene zu behandeln“, sagte John Rawls, Ph.D., Professor für Molekulargenetik und Mikrobiologie sowie Mitglied des Duke Microbiome Center. „Doch Jugendliche befinden sich noch im Wachstum, bauen Muskeln und Knochen auf und nutzen Energie auf eine andere Weise als Erwachsene. Wir wollten verstehen, wie diese Unterschiede die Ausprägung von Adipositas beeinflussen.“
Starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes, Asthma und bestimmte Krebsarten im späteren Leben.
Ohne Intervention behalten die meisten Kinder mit Adipositas dieses Übergewicht bis ins Erwachsenenalter bei, erklärte Studien-Mitautorin Sarah Armstrong, M.D., Kinder- und Jugendärztin und Spezialistin für medizinisches Gewichtsmanagement an der Duke University.
Der Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter vollzieht sich bei Frauen im späten Teenageralter bis Anfang 20 und bei Männern im Alter von Anfang bis Mitte 20. Forscher gehen jedoch zunehmend der Frage nach, wann sich diese Risiken biologisch verfestigen und ob das Jugendalter eine Chance bietet, den Verlauf zu ändern.
Darmflora und Stoffwechselprodukte machen den Unterschied
Das Team der Duke University konzentrierte sich auf zwei Systeme, die häufig mit Adipositas in Verbindung gebracht werden: das Darmmikrobiom – die Gemeinschaft von Mikroben im Verdauungstrakt – und das Metabolom, also die Gesamtheit der kleinen Stoffwechselprodukte (Metaboliten), die entstehen, wenn Körper und Mikrobiom Nahrung und Energie verarbeiten.
Zunächst bestätigten die Forschenden anhand von Darmmikroben, die im Rahmen der „Pediatric Obesity Microbiome and Metabolism Study“ von 287 Jugendlichen gewonnen wurden, dass sich die Zusammensetzung des Mikrobioms bei Jugendlichen mit Adipositas von der bei Jugendlichen mit Normalgewicht unterscheidet. Als Nächstes transplantierte Dr. Jessica McCann, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Molekulargenetik und Mikrobiologie, Mikrobiomproben von Jugendlichen mit und ohne Adipositas auf keimfreie Mäuse.
Im Gegensatz zu Beobachtungen aus Studien zu Adipositas bei Erwachsenen nahmen die Mäuse nicht zusätzlich an Gewicht zu, nachdem sie die Proben von Jugendlichen mit Adipositas erhalten hatten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich zwar bereits im Jugendalter adipositasbedingte Unterschiede im Mikrobiom herausbilden, diese jedoch möglicherweise nicht in derselben Weise zur Krankheitsentwicklung beitragen wie bei Erwachsenen.
„Dies legt nahe, dass es ein Entwicklungsfenster gibt, in dem das Mikrobiom eine Rolle bei der Entstehung von Adipositas spielt“, so McCann. „Die Wechselwirkung zwischen Wirt und Mikrobiom befindet sich im Jugendalter womöglich noch in der Entwicklung, was die Chance bietet, diese Warnsignale treten auf – ebenso wie Resilienz
In Zusammenarbeit mit dem Duke Molecular Physiology Institute stellte das Forschungsteam zudem Unterschiede in der Nährstoffverarbeitung bei Jugendlichen fest.
„Das Metabolom zeigt frühe Anzeichen einer Krankheitsentwicklung, aber auch Hinweise auf adaptive Plastizität,“ ergänzt MAcCann
In diesem Stadium könnten sie möglicherweise besser auf Maßnahmen zur Gewichtskontrolle ansprechen – sei es durch Ernährungsumstellung, Medikamente oder mikrobiombasierte Therapien.
„Die Befunde sprechen zunehmend dafür, so früh wie möglich einzugreifen“, erklärte Armstrong, Professor für Pädiatrie an der Duke University.
Die Forschenden hoffen, dass diese Arbeit langfristig zu stärker personalisierten Adipositas-Behandlungen führen könnte, bei denen das Mikrobiom oder das Stoffwechselprofil des Kindes genutzt wird, um zu ermitteln, welche Gewichtsabnahmetherapien am ehesten Erfolg versprechen.
Quellen: MedicalXpress, Duke university, Journal of Clinical Investigation