Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Darmkrebsfälle nehmen bei den jüngeren Altersgruppen zu
Die Gesamthäufigkeit von Darmkrebs ging seit 2013 stetig zurück, vor allem aufgrund des Rückgangs bei Erwachsenen ab 65 Jahren. Doch die Häufigkeit von Darmkrebs bei unter 65-Jährigen nimmt jedoch zu, wie der Bericht „Darmkrebsstatistik 2026“ zeigt. Der stärkste Anstieg ist bei den 20- bis 49-Jährigen zu verzeichnen.
Auch die Häufigkeit von Tumoren im distalen Dickdarm und Rektum, die im Allgemeinen als schwieriger zu behandeln und zu heilen gelten, nimmt nach jahrzehntelangem Rückgang wieder zu. „Die Situation bei Darmkrebs verändert sich rasant – sogar noch schneller, als ich erwartet hätte – und die Verlagerung hin zu mehr Krebserkrankungen in der jüngeren Bevölkerung schreitet schnell voran“, so Rebecca L. Siegel, MPH, leitende wissenschaftliche Direktorin für das Monitoring und Statistik der Krankheitslast bei der American Cancer Society (senior scientific director of surveillance research at American Cancer Society) und Hauptautorin des Berichts „Colorectal Cancer Statistics 2026.“
Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart in den Vereinigten Staaten. Er ist die zweithäufigste Krebstodesursache insgesamt, nach Lungenkrebs, und fordert bei Erwachsenen unter 50 Jahren mehr Todesopfer als jede andere Krebserkrankung.
Beeinflussbare Risikofaktoren spielen eine Rolle
Die genauen Ursachen sind weiterhin unklar; laut Siegel lassen sich jedoch etwas mehr als die Hälfte aller Darmkrebserkrankungen auf potenziell beeinflussbare Risikofaktoren zurückführen. Dazu gehören Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und der Verzehr von rotem oder verarbeitetem Fleisch.
Eine Analyse der Darmkrebsentwicklung nach Geburtsjahrgängen zeigte, dass das Risiko in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sank, um 1950 seinen Tiefpunkt erreichte und dann mit jeder nachfolgenden Generation wieder anstieg.
Da die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Geborenen älter werden, hat jede Generation ein höheres Darmkrebsrisiko als die vorherige, „wodurch die Belastung wie ein Tsunami durch die Zeit wächst“, so Siegel.Weitere ätiologische Forschung ist dringend erforderlich, um die Verhaltensweisen oder Belastungen zu ermitteln, die zu diesem Anstieg bei jüngeren Amerikanern beitragen, sagte Siegel.
„Menschen ab 65 Jahren machen immer noch mehr als 50% der Darmkrebsfälle aus. Daher ist es sehr erfreulich, dass die Fallzahlen in dieser Altersgruppe weiter sinken“, sagte Siegel. „Dennoch erhalten in diesem Jahr täglich 68 Menschen unter 40 die Diagnose Darmkrebs. Das ist eine sehr hohe Zahl. Es ist wichtiger denn je, dass wir die Krebsforschung im Allgemeinen und die Darmkrebsforschung im Besonderen finanziell unterstützen.“
Ähnliche Tendenz in Europa
Daten von 20 europäischen Ländern zeigten ebenso einen deutlichen Anstieg von Darmkrebs zwischen 2004 und 2016, mit Zunahmen von 7,9%, 4,9% bzw. 1,6% bei Personen im Alter von 20–29, 30–39 bzw. 40–49 Jahren. Die Raten stiegen am stärksten in der jüngsten Altersgruppe (20-29 Jahre) an, und die Autore*innen warnen davor, dass die Screening-Richtlinien möglicherweise überdacht werden müssen, wenn sich dieser Trend fortsetzt.
Die Forschenden werteten Daten von 143,7 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 49 Jahren aus 20 Ländern aus, darunter Deutschland, Schweden, Großbritannien und die Niederlande.
Quellen: healio, CA:Cancer Journal for Clinicians, ecancer, Gut, Press release Gut
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Zukunftsängste belasten Kinder und Jugendliche, aber sie verfügen über gute mentale Ressourcen
Auch ist die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen immer noch schlechter als vor der Pandemie: Ein Fünftel berichtet von eingeschränkter Lebensqualität und psychischen Belastungen, besonders häufig betroffen sind Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahren. Die Studie zeigt aber auch, dass Kinder und Jugendliche über gute Bewältigungsstrategien verfügen, um die momentanen Krisen zu meistern.
„Unsere COPSY-Studie zeigt immer noch eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu den präpandemischen Daten. Aber nicht jedes Kind mit psychischen Belastungen muss auch behandelt werden – viele junge Menschen entwickeln starke Bewältigungsstrategien und verfügen über persönliche Ressourcen. Diese Stärken müssen wir gezielt fördern, idealerweise schon in der Schule, um ihre mentale Gesundheit nachhaltig zu stärken“, fasst Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der COPSY-Studie und Leiterin der Forschungssektion Child Public Health der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des UKE, die aktuellen Studienergebnisse zusammen.
Lebensqualität und psychische Gesundheit nicht weiter verbessert
Die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen hatte sich zu Beginn der Pandemie in 2020 im Vergleich zu den präpandemischen Daten (der BELLA-Studie im Zeitraum von 2014 bis 2017) deutlich verschlechtert, dann in den Jahren 2022 und 2023 wieder verbessert und stagniert jetzt auf einem stabilen Niveau. 22% der jungen Menschen geben weiterhin eine geminderte Lebensqualität an. Damit liegt die Prävalenz noch etwa sieben Prozentpunkte über den Werten vor der Corona-Pandemie. Neu ausgewertet wurde der Verlauf der Einsamkeit. Hier ist das Ergebnis ähnlich wie bei der Lebensqualität: Fühlten sich während der Pandemie rund 39% der Kinder und Jugendlichen einsam, sind es aktuell noch 18%. Auch hier ist noch nicht wieder das präpandemische Niveau von 14% erreicht.
Ängste und depressive Symptome stärker ausgeprägt bei jungen Frauen
Die allgemeinen psychischen Belastungen sind ähnlich wie in den Vorjahren stabil geblieben. Allerdings ist es auffällig, dass Mädchen und Frauen ab 14 Jahren stärker von psychischen Belastungen betroffen sind als Jungen. Vor allem jugendliche Mädchen und junge Frauen berichten deutlich häufiger von depressiven Symptomen, hier stieg der Anteil im letzten Jahr von 11 auf 17%, sowie von Angstsymptomen, hier konnte ein signifikanter Anstieg von 20 auf 31% festgestellt werden.
Deutliche Zunahme der Besorgnis über globale Themen und gesellschaftliche Diskurse
Die COPSY-Studie zeigt auch, dass aktuelle gesellschaftliche Diskussionen und Krisen einen spürbaren Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben. Während die Folgen der Pandemie kaum noch eine Rolle spielen, setzen sie sich nun intensiv mit Themen wie Kriegen (70%), Terrorismus (62%), wirtschaftlicher Unsicherheit (57%) und der Klimakrise (49%) auseinander und erleben diese Entwicklungen als belastend. Neu erhoben wurden jetzt Fragen nach gesellschaftlicher Uneinigkeit und migrationspolitischen Herausforderungen: 56% der Befragten sorgen sich um eine Spaltung der Gesellschaft und 51% aufgrund von Zuwanderung.
„Diese globalen Sorgen und gesellschaftlichen Diskussionen führen bei vielen jungen Menschen zu mehr Ängsten und Belastungen. Kinder und Jugendliche, die unter krisenbezogenen Zukunftsängsten leiden, haben ein 3,4 mal höheres Risiko für psychische Auffälligkeiten, Ängste, depressive Symptome und Einsamkeit. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass sie über soziale Medien häufig mit ungefilterten oder belastenden Inhalten konfrontiert werden, was diese Entwicklungen weiter verstärken. Kinder und Jugendliche brauchen eine gute Medienkompetenz, um Inhalte einzuordnen und ihre Nutzung regulieren zu können“, sagt Erstautorin Dr. Anne Kaman, Stellvertretende Leiterin der Forschungssektion Child Public Health der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des UKE.
Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) für Schule und zum Spiel
Ebenso haben die Forschenden festgestellt, dass KI bereits fest im Alltag von Kindern und Jugendlichen verankert ist. Am häufigsten wird KI zur Unterstützung beim Lernen im Bereich der Schule und bei den Hausaufgaben (77%) genutzt. Kinder und Jugendliche sehen KI aber nicht nur als Arbeitsmittel, sondern auch als Spiel- und Kreativwerkzeug: Spaß (66%), Neugier (56%) und Erstellen von Bildern/Videos (26%). Der soziale oder emotionale Einsatz spielt nur eine untergeordnete Rolle. „Wir haben mit Erleichterung festgestellt, dass nur ein sehr kleiner Teil von 7% der Kinder und Jugendlichen KI nutzt, um über persönliche Sorgen zu sprechen. Das deutet darauf hin, dass KI bisher nicht als emotionaler oder sozialer Ansprechpartner angesehen wird“, sagt Dr. Kaman.
Intaktes soziales Umfeld schützt vor psychischen Beeinträchtigungen
Kinder, die Selbstwirksamkeit erleben, in stabilen sozialen Verhältnissen leben und von unterstützenden familiären Strukturen profitieren, zeigen in der Regel eine robustere psychische Gesundheit und berichten seltener von Angst- oder Depressionssymptomen. Im Gegensatz dazu tragen Kinder aus bildungsfernen Haushalten, die unter engen Wohnbedingungen leben und deren Eltern psychisch belastet sind, ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Beeinträchtigungen. „Unsere Daten zeigen, dass diese Kinder häufiger Ängste, depressive Symptome und eine geringere Lebensqualität haben. Für diese Kinder und Familien braucht es niedrigschwellige Angebote in Schulen und im sozialen Umfeld, um diesen sozialen und gesundheitlichen Ungleichheiten zu begegnen“, sagt Prof. Ravens-Sieberer.
Über die Studie
In der COPSY-Studie untersuchen die UKE-Forschenden die Auswirkungen und Folgen der Corona-Pandemie und globaler Krisen auf die seelische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Es ist das einzige langfristige Gesundheitsmonitoring in Deutschland, das sich mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen befasst. Insgesamt haben 3.312 Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 23 Jahren an mindestens einer Befragungswelle der COPSY-Studie von Mai 2020 bis Oktober 2025 teilgenommen, an der achten Befragungswelle nahmen 1.607 Familien teil. Die 11- bis 23-Jährigen füllten ihre Online-Fragebögen selbst aus. Für die 7- bis 10-Jährigen antworteten die Eltern. Die Mehrheit der Eltern hatte einen mittleren Bildungsabschluss. Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen hatte einen Migrationshintergrund und ein Fünftel der Eltern war alleinerziehend.
Saskia Lemm, Unternehmenskommunikation, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Quellen: idw-online.de, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Research Square
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Virtuelle Arztbesuche erfordern häufiger Nachsorge in der Notaufnahme
Obwohl die Nutzung virtueller Versorgung seit 2020 deutlich zugenommen hat, gibt es bislang nur wenige Studien, die deren Risiken und Vorteile speziell bei Kindern untersuchten. Die kanadischen Forschenden analysierten Daten von mehr als 2,6 Millionen pädiatrischen Primärversorgungskontakten im Zeitraum von September 2020 bis März 2024. Die Kinder wurden in drei Altersgruppen eingeteilt: 0–3 Monate, 3 Monate bis 2 Jahre und 2–17 Jahre.
Bei Kindern im Alter von 3 Monaten bis 2 Jahren folgten auf 64.241 telemedizinische Konsultationen 2.851 (4,4%) Notaufnahmebesuche, während von 218.479 persönlichen Konsultationen 7.636 (3,5%) zu einem solchen Folgebesuch führten.
Virtuelle Konsultationen waren zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für nachfolgende Notaufnahmebesuche verbunden, die überwiegend weniger dringlich (low-acuity) waren. Gleichzeitig war das Risiko für schwerwiegende Verläufe, wie eine Krankenhauseinweisung oder einen Todesfall, geringfügig geringer als nach persönlichen Arztbesuchen (0,2% gegenüber 0,4%).Auch Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren, die virtuell behandelt wurden, wiesen ein erhöhtes Risiko für einen anschließenden Notaufnahmebesuch auf. Bei Säuglingen unter 3 Monaten zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen virtuellen und persönlichen Konsultationen (2,9% vs. 2,8%).
Die Autor:innen schließen daraus: „Kinder benötigen nach einer virtuellen Konsultation häufiger einen Besuch in der Notaufnahme als nach einem persönlichen Arztbesuch; im Allgemeinen handelte es sich bei diesen Besuchen jedoch um weniger akute Probleme. Auch wenn die virtuelle Versorgung eine ausreichende und sichere Auswahl von Fällen ermöglicht, bei denen eine Einweisung oder ein tödlicher Ausgang unwahrscheinlich ist, sollten Verantwortliche im Gesundheitswesen und Ärzt*innen die besonderen Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen, wenn sie Richtlinien und Infrastrukturen für eine virtuelle Versorgung entwickeln und die Art der klinischen Konsultation festlegen.“
Virtuelle Arztbesuche, beispielsweise über Videosprechstunden, bieten Vorteile wie eine hohe Zugänglichkeit und Bequemlichkeit. Gleichzeitig bestehen jedoch Einschränkungen, insbesondere durch das Fehlen einer körperlichen Untersuchung, was die Diagnosestellung bei bestimmten Erkrankungen erschweren kann.
Gerade bei Kindern können klinische Anzeichen – wie ein Mittelohrerguss, verminderter Hautturgor oder eine reduzierte Reaktionsfähigkeit – schwerer über Video oder Telefon erkannt werden. Daher lassen sich die bei Erwachsenen beobachteten Vorteile der Telemedizin nicht uneingeschränkt auf die pädiatrische Versorgung übertragen.
Quellen: AAP News, JAMA Netw Open