Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
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Erst backen, dann naschen - Ostergebäck zuhause sicher zubereiten
Backmischungen, Fertigteige aber auch Mehle, können mit STEC-Bakterien (Shiga-Toxin-bildende E. coli) verunreinigt sein. Diese Mikroorganismen gehören zu den größten Verursachern bakterieller Durchfallerkrankungen in Deutschland. In mehreren vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordinierten Kontrollprogrammen der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurden in der jüngsten Vergangenheit in circa jeder zehnten Probe STEC-Bakterien nachgewiesen.
Neben Mehl sind auch frische Eier eine Grundzutat jedes Rührteigs. Auch sie können mit gesundheitsgefährdenden Bakterien verunreinigt sein. Ein bekanntes Beispiel sind Salmonellen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Auch wenn die Kontrollprogramme der Lebensmittelüberwachung zeigen, dass Eier nur selten mit potenziell krankmachenden Bakterien verunreinigt sind, sollten auch beim Umgang mit rohen Eiern die üblichen Hygienemaßnahmen befolgt werden.
„Damit das gemeinsame Oster-Backen eine ungetrübte Freude bleibt, sollte auf das Naschen von rohem Teig verzichtet werden“, rät BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl und erklärt: „Erst nach vollständigem Erhitzen im Backofen werden möglicherweise im Teig vorhandene STEC-Bakterien oder Salmonellen zuverlässig abgetötet.“
STEC-Bakterien und Salmonellen
Shiga-Toxin-bildende E. coli (STEC) zählen zu den krankmachenden E. coli-Bakterien. Sie kommen natürlicherweise im Darm von Wiederkäuern vor. Durch die Ausscheidungen von Wildwiederkäuern auf dem Feld, verunreinigtes Bewässerungswasser und organische Düngung können auch pflanzliche Lebensmittel wie Getreidemehle und Mehlprodukte mit STEC kontaminiert werden. STEC-Bakterien können beim Menschen akute Darmentzündungen hervorrufen, die zum Teil einen schweren Verlauf nehmen. Durch Kochen, Backen und Frittieren werden STEC abgetötet. Das Lebensmittel muss dabei an allen Stellen mindestens für zwei Minuten auf 70 Grad Celsius erhitzt werden.
Salmonellen sind Bakterien, deren Stoffwechselprodukte beim Menschen eine akute Darmentzündung, die Salmonellose, auslösen können. Sie gehört nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen. Salmonellen kommen im Magen-Darm-Trakt vieler Haus- und Wildtiere vor. Dabei können Hühnereier zum Beispiel über den Kot der Legehenne mit Salmonellen infiziert werden. Die Erreger gelangen unter anderem über unzureichend erhitzte Eier in die Nahrung. Salmonellen vermehren sich ab sieben Grad Celsius. Sie werden durch gründliches Erhitzen der Lebensmittel auf mindestens 70 Grad Celsius für zwei Minuten abgetötet.
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Harald Händel, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
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Quellen: idw-online.de, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
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Autismus: Vermutlich Anzahl betroffener Mädchen ähnlich hoch wie bei Jungen
Die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) hat in den letzten drei Jahrzehnten zugenommen, mit einem Verhältnis von Jungen zu Mädchen von etwa 4:1. Die vermehrte Diagnose von Autismus beruht vermutlich u.a. auf erweiterten Diagnosekriterien und gesellschaftlichen Veränderungen (z. B. dem Alter der Eltern). Das hohe Verhältnis von Jungen zu Mädchen wird auf bessere soziale und kommunikative Fähigkeiten bei Mädchen zurückgeführt, wodurch Autismus bei letzteren schwerer zu erkennen ist. Bislang hat jedoch keine größere Studie diese Trends über den gesamten Lebensverlauf untersucht.
Diagnosehäufigkeit: Bis zum Alter von 20 Jahren verliert sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern
Um dies zu untersuchen, nutzten Forscher*innen nationale Register, um die Diagnosehäufigkeit von Autismus bei 2,7 Millionen in Schweden zwischen 1985 und 2022 geborenen Personen zu analysieren. Diese Personen wurden von der Geburt bis zu einem Alter von maximal 37 Jahren begleitet.
Während dieses Beobachtungszeitraums von über 35 Jahren wurde bei 78.522 (2,8%) der erfassten Schweden Autismus diagnostiziert, im Durchschnittsalter von 14,3 Jahren. Die Diagnosehäufigkeit stieg mit jedem Fünfjahresintervall im Kindesalter an und erreichte ihren Höhepunkt mit 645,5 pro 100.000 Personenjahre bei Jungen im Alter von 10–14 Jahren und 602,6 bei Mädchen im Alter von 15–19 Jahren. Obwohl Jungen im Kindesalter häufiger die Diagnose Autismus erhielten, holten Mädchen in der Adoleszenz auf, sodass das Verhältnis von Jungen zu Mädchen im Alter von 20 Jahren nahezu 1:1 erreichte.
Grenzen der Studie
Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Autor*innen räumen ein, dass sie andere mit Autismus assoziierte Erkrankungen wie ADHS und geistige Behinderung nicht berücksichtigt haben. Auch konnten sie gemeinsame genetische und Umweltfaktoren wie die psychische Gesundheit der Eltern nicht kontrollieren.
Daher schreiben sie: „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Verhältnis von Männern zu Frauen mit Autismus im Laufe der Zeit und mit steigendem Diagnosealter abgenommen hat. Dieses Verhältnis könnte daher deutlich niedriger sein als bisher angenommen, sodass es in Schweden im Erwachsenenalter möglicherweise nicht mehr erkennbar ist.“
„Diese Beobachtungen unterstreichen die Notwendigkeit zu untersuchen, warum Frauen später diagnostiziert werden als Männer“, schließen sie.
Quelle: medicalXpress, BMJ (1, 2)
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Angesichts der Meningitis-Fälle in England erinnert die DGN an die Bedeutung der Impfung
Die aktuellen Fälle von Meningitis in Südengland (GOV UK, BBC) führen in Europa zur Beunruhigung. In der Tat ist eine Infektion mit Meningokokken eine große Gefahr. Der Erreger ist hochansteckend und führt zur Entzündung der Hirnhäute und wenig später auch des Gehirns – man spricht dann von einer Meningoenzephalitis. Die Erkrankung verläuft fulminant, wird sie zu spät behandelt, kann es zu schweren Spätfolgen und sogar zum Tode führen. Typische Spätfolgen dieser neurologischen Infektionskrankheit sind die Ausfälle einzelner Hirnnerven. Je nachdem, welcher Hirnnerv betroffen ist, können Sehstörungen, Hörverlust, Lähmungen, aber auch Kognitionsverlust bis hin zu einer Demenz sein.
„Bei einer Meningitis gilt im Prinzip der gleiche Merksatz wie beim Schlaganfall: ‚Time is Brain‘. Das bedeutet: Je früher behandelt wird, desto größer die Chance, die Erkrankung ohne Spätfolgen zu überstehen“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.
Wichtig ist daher, sich bei Verdacht in der Notfallaufnahme vorzustellen. „Anfangs werden die Symptome oft mit denen eines harmlosen grippalen Infekts verwechselt. Aber spätestens, wenn neben Kopfschmerzen auch Bewusstseinsstörungen oder neurologische Symptome wie epileptische Anfälle auftreten, muss an eine Meningitis gedacht werden. Betroffene sollten keine Zeit verlieren und die 112 wählen“, so der Experte. Die notfallmäßige Blut- und Nervenwasseruntersuchung – bei Bewusstseinsstörungen oder Herdsymptomen nach einer Computertomographie – führen rasch zur Diagnose. Bei Personen mit vermuteter bakterieller Meningitis und neurologischen Symptomen wird die Antibiotika-Therapie sogar begonnen, bevor überhaupt die bestätigte Diagnose vorliegt. In der Regel schlägt die Therapie gut und schnell an. Bei Kontaktpersonen erfolgt immer zur Sicherheit eine sofortige Postexpositionsprophylaxe mit Antibiotika, bevor sich erste Symptome einstellen.
Die Inzidenz der akuten bakteriellen Meningitis war in den letzten 30 Jahren in Europa rückläufig. Eine Arbeit aus den Niederlanden zeigte, dass die Inzidenz von 6,37 pro 100.000 Einwohner (1989 bis 1993) auf 1,58 pro 100.000 Einwohner gesunken ist (2014 bis 2019) [1]. Im Jahr 2021 wurden dem Robert Koch-Institut nur 68 invasive Meningokokkenerkrankungen gemeldet [1]. „Eine Erklärung für den Rückgang ist die Wirksamkeit der eingeführten Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie“, betont Berlit.
Grundsätzlich, aber auch angesichts der aktuellen Todesfälle in England, rät die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zur Impfung gemäß den aktuellen RKI/STIKO-Empfehlungen. „Die Impfung schützt den Geimpften und trägt dazu bei, dass bei das Meningitisrisiko insgesamt deutlich abnimmt. Doch durch die Impfmüdigkeit der Bevölkerung haben Infektionskrankheiten leider wieder Aufwind“, bedauert Prof. Berlit.
Für alle Kinder empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) standardmäßig Impfungen gegen Meningokokken B im Alter von 2, 4 und 12 Monaten. Spätestens bis zum 5. Geburtstag sollten Nachholimpfungen erfolgen.
Kinder und Jugendliche sollen im Alter von 12 bis 14 Jahren standardmäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y erhalten (Nachholimpfung bis zum Alter von 24 Jahren).[1] Pfister H.-W., Klein M. et al., Ambulant erworbene bakterielle Meningoenzephalitis im Erwachsenenalter, S2kLeitlinie, 2023, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 19.03.2026)
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Dr. Bettina Albers, Pressestelle der DGN, Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.
_______________Quellen: idw-online.de, DGN, AWMF, GOV UK, BBC