Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Typ-1-Diabetes: Das Risiko variiert für Kinder je nachdem, welches Familienmitglied betroffen ist
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Betroffene sind lebenslang auf externes Insulin angewiesen. Kinder, deren Eltern oder Geschwister an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, haben ein acht- bis fünfzehnfach erhöhtes Risiko, selbst an dieser Autoimmunerkrankung zu erkranken. Dieses Risiko ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt: Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes haben ein geringeres Risiko, die Krankheit zu entwickeln, als Kinder mit einem betroffenen Vater oder Geschwistern. Interessanterweise wurde gezeigt, dass die genetische Veranlagung für Typ-1-Diabetes bei Nachkommen von Müttern und Vätern mit Typ-1-Diabetes vergleichbar ist. Daher vermuten Forschende seit Längerem, dass eine frühe epigenetische Programmierung ein Schlüsselfaktor für den schützenden Effekt des mütterlichen Typ-1-Diabetes sein könnte.
Epigenetische Mechanismen wie die DNA-Methylierung bestimmen, welche Gene letztendlich abgelesen und exprimiert werden. Bedingungen wie das Rauchverhalten der Mutter, Erkrankungen, Stress oder Ernährung können zu Veränderungen im Methylierungsmuster der DNA führen. So können durch Umweltfaktoren im Mutterleib Gene an- oder abgeschaltet werden – mit weitreichenden Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes in frühen Lebensphasen und auch später. Auch bestimmte Bedingungen im Mutterleib einer Mutter mit Typ-1-Diabetes, das sogenannte intrauterine Umfeld, können so das Risiko des Kindes für Inselautoimmunität durch epigenetische Modifikationen beeinflussen.
Veränderte Methylierung von Typ-1-Diabetes Risikogenen scheint vor Inselautoimmunität zu schützen
„Wir haben Veränderungen der DNA-Methylierung an mehreren Typ-1-Diabetes-Risikogenen bei Kindern beobachtet, die von Müttern mit Typ-1-Diabetes geboren wurden“, sagte Prof. Sandra Hummel, Forscherin am Institut für Diabetesforschung bei Helmholtz Munich und Letztautorin der Studie.
Ihr Team untersuchte, wie sich ein mütterlicher Typ-1-Diabetes auf das Epigenom des Kindes auswirkt. In einer neuen Studie betrachteten die Forschenden das gesamte Epigenom von Kindern, deren Mütter an Typ-1-Diabetes erkrankt sind. Dabei identifizierten sie bestimmte DNA-Markierungen, die die Expression mehrerer Gene beeinflussen, welche eine zentrale Rolle für die Funktion des Immunsystems spielen.
Die Forschenden analysierten Blutproben von 1752 Kindern im Alter von etwa zwei Jahren aus den Kohorten der BABYDIAB-, BABYDIÄT- und POInT-Studie. Alle eingeschlossenen Kinder wiesen ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes auf. Um Unterschiede im Zusammenhang mit dem mütterlichen Diabetes zu finden, verglichen sie die DNA-Methylierungsmuster von 790 Kindern mit einer an Typ-1-Diabetes erkrankten Mutter und 962 Kindern ohne.
„Unsere Analyse zeigt Unterschiede in der Methylierung zahlreicher genetischer Regionen bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes, insbesondere im sogenannten HOXA-Gencluster sowie in der MHC-Region. Die MHC-Region gilt als wichtigstes Gen für die Anfälligkeit und Schutz gegenüber Typ-1-Diabetes. Zudem konnten wir bei diesen Kindern einen Zusammenhang zwischen epigenetischen Veränderungen und der Expression von 15 Risikogenen beobachten,“ erklärte Dr. Raffel Ott, leitender Wissenschaftler am Institut für Diabetesforschung und Erstautor der Studie.
In einem nächsten Schritt überprüften die Forschenden ihre Ergebnisse bei Kindern ohne eine Mutter mit Typ-1-Diabetes. Dazu berechneten sie einen Methylierungs-Risiko-Score, der 34 unterschiedlich methylierte Genorte beinhaltet, die mit einem erhöhten Typ-1-Diabetes-Risiko in Verbindung stehen und die Exposition gegenüber mütterlichem Typ-1-Diabetes am besten widerspiegelten. Es zeigte sich, dass Kinder, die bereits eine Inselautoimmunität entwickelt hatten, signifikant niedrigere Scores aufweisen. Das deutet auf weniger schützende epigenetische Modifikationen in ihrer DNA hin. Die Ergebnisse legen nahe, dass Umweltfaktoren das Risiko für Inselautoimmunität durch epigenetische Veränderungen an zentralen Risikogenen beeinflussen können.
Erforschung der Schutzwirkung von mütterlichem Typ-1-Diabetes
In einem Folgeprojekt unter der Leitung von Sandra Hummel wollen die Forschenden genauer untersuchen, was die relative Schutzwirkung von mütterlichem Typ-1-Diabetes ausmacht. Sie möchten herausfinden, welche Typ-1-Diabetes-Risikogene durch den mütterlichen Diabetes epigenetisch beeinflusst werden und ob ähnliche epigenetische Effekte auch bei Kindern von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes auftreten. Hierzu arbeitet das Team gemeinsam mit Prof. Ezio Bonifacio und Kolleg:innen des Zentrums für Regenerative Therapien Dresden der Technischen Universität Dresden.
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Verena Schulz, Kommunikation, Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
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Quellen: idw-online.de, Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Nature Metabolism
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RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge empfohlen
Infektionen mit respiratorischen Synzytial-Viren (RSV) können bei Säuglingen lebensgefährliche Auswirkungen haben. Daher empfiehlt die STIKO für Neugeborene und Säuglinge einen RSV-Schutz, um diese Risikogruppen vor schweren RSV-bedingten-Atemwegsinfektionen und damit vor Krankenhausaufenthalten und Todesfällen zu schützen. Außerdem können so stationäre sowie ambulante Versorgungsengpässe verhindert werden.
Früher RSV-Schutz ist wichtig
Die RSV-Prophylaxe erfolgt mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab als Einmaldosis in der 1. von Neugeborenen und Säuglingen erlebten RSV-Saison (üblicherweise zwischen Oktober und März). Erstmalig spricht damit die STIKO eine Prävention mit monoklonalen Antikörpern als Standardempfehlung aus. Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, sollen Nirsevimab möglichst im Herbst vor Beginn ihrer 1. RSV-Saison erhalten. Neugeborene, die während der RSV-Saison geboren werden, sollen Nirsevimab möglichst rasch nach der Geburt bekommen, idealerweise bei Entlassung aus der Geburtseinrichtung. Hierzu bietet sich die Vorsorgeuntersuchung U2 an, die am 3. bis 10. Lebenstag durchgeführt wird. Eine versäumte Nirsevimab-Gabe soll innerhalb der 1. RSV-Saison schnellstmöglich nachgeholt werden.
Die Empfehlung zur Prophylaxe mit Nirsevimab betrifft insbesondere auch Neugeborene und Säuglinge mit bekannten Risikofaktoren für eine schwere RSV-Infektion wie zum Beispiel Frühgeburtlichkeit oder schwere Herzfehler. Für diese Risikogruppe bietet Nirsevimab eine Alternative zur bisher gängigen Immunisierung mit Palivizumab.
RSV-Infektionen sind häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen bei Säuglingen
Bei Säuglingen in Deutschland sind RSV-Infektionen die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen. Neugeborene und Säuglinge sind vor allem in ihren ersten sechs Lebensmonaten besonders gefährdet, schwer an RSV zu erkranken. Die große Mehrheit der schweren RSV-Erkrankungen tritt bei zuvor gesunden Säuglingen auf.
Nirsevimab ist ein Antikörper, der nach Verabreichung einen sofortigen Schutz gegen RSV-Erkrankungen bietet und bei zeitgerechter Gabe über die gesamte 1. RSV-Saison schützt. Nirsevimab ist sicher und wird in der Regel gut vertragen. Die RSV-Prophylaxe kann gleichzeitig mit oder in beliebigem Abstand zu den im Säuglingsalter von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen verabreicht werden.
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Pneumokkoken-Impfung verringert anscheinend Risiko für antibiotikaresistente Bakterien
Das Team untersuchte, ob Rotavirus- (RV) und Pneumokokken-Impfstoffe (PCV13) die Darmbesiedlung mit einer Bakteriengruppe, zu der Escherichia coli gehört, reduzieren. Diese Bakterien sind resistent gegen wichtige Antibiotika, die zur Behandlung schwerer Infektionen eingesetzt werden. Eine Darmbesiedlung liegt vor, wenn die Bakterien im Körper, häufig im Darm, vorhanden sind, ohne zunächst eine Erkrankung auszulösen. Sie können jedoch persistieren und später Infektionen verursachen oder auf andere übertragen werden.
Während die Ergebnisse der Rotavirus-Impfung nicht eindeutig waren, wiesen Kinder unter 5 Jahren, die den Pneumokokken-Impfstoff erhalten hatten, deutlich niedrigere Besiedlungsraten mit diesen Bakterien auf. Diese antibiotikaresistenten Bakterien – bekannt als Extended-Spectrum Cephalosporin-resistente Enterobacterales (ESCrE) – traten bei geimpften Kindern seltener auf, vor allem weil diese weniger Arztbesuche in Anspruch nahmen. Dieser Faktor wurde zuvor mit höheren Raten antimikrobiell resistenter Bakterien in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse des Teams wurden in der Fachzeitschrift „Vaccine“ veröffentlicht.„Die meisten Impfstoffstudien zur Antibiotikaresistenz konzentrieren sich auf Infektionen und darauf, wie Impfstoffe Krankheiten verhindern und den Antibiotikaeinsatz reduzieren […]“, erklärte Dr. Brooke Ramay, Hauptautorin der Studie und Forscherin an der Paul G. Allen School for Global Health des College of Veterinary Medicine der WSU. „Wir haben einen anderen Ansatz gewählt, indem wir die Darmbesiedlung mit Bakterien untersuchten, und festgestellt, dass Impfungen die Antibiotikaresistenz durch einen völlig anderen Mechanismus reduzieren: Impfungen verhindern Arztbesuche und führen zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit der Besiedlung mit antibiotikaresistenten Bakterien. Wir vermuten, dass dies daran liegt, dass die Geimpften weniger Umgebungen ausgesetzt waren, in denen diese resistenten Bakterien vorkommen.“
Antibiotikaresistenzen sind ein wachsendes Problem weltweit, das jährlich zu Millionen von Todesfällen verursacht. Infektionen mit resistenten Bakterien sind schwerer zu behandeln, erfordern oft längere Krankenhausaufenthalte und erhöhen das Risiko von Komplikationen sowie Tod. Frühere Studien in Guatemala zeigten, dass Kinder, die wegen einer Krankheit in ein Krankenhaus mussten, mehr als doppelt so häufig antibiotikaresistente Bakterien in sich trugen. Der Antibiotikaeinsatz selbst stand hingegen nicht in starkem Zusammenhang mit der Besiedlung.
Die neue Studie wurde im westlichen Hochland Guatemalas durchgeführt. Dort analysierten die Wissenschaftler*innen Stuhlproben, Impfnachweise und Gesundheitsdaten von 406 Kindern.
Die Wirkung der Rotavirus-Impfung – die vor Rotavirusinfektionen, einer der Hauptursachen schwerer Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern, schützt – konnte nicht abschließend geklärt werden, da selten über Durchfallerkrankungen berichtet wurde, vermutlich weil sich die Befragten nicht mehr gut daran erinnern konnten. Laut Ramay könnte die Rotavirus-Impfung ähnliche indirekte Schutzwirkungen erzielen, indem sie Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen verhindert. Es sei jedoch wichtig, klinische Daten zu Durchfallerkrankungen zu erheben, bevor endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden können.Durchfallerkrankungen begünstigen resistente Bakterien, Joghurt beugt vor
Die Expert*innen identifizierten zudem mehrere weitere Faktoren, die die Besiedlung beeinflussten. Kinder, die im Vormonat Durchfall hatten, wiesen beispielsweise ein signifikant höheres Risiko auf, ESCrE zu tragen. Forscher vermuten, dass dies auf Entzündungen im Darm zurückzuführen ist, die ein ideales Umfeld für das Wachstum resistenter Bakterien wie E. coli schaffen.
Joghurtkonsum hingegen schien einen schützenden Effekt zu haben. Dies deutet darauf hin, dass die nützlichen Bakterien aus probiotischen Lebensmitteln dazu beitragen können, ein gesundes Darmmilieu zu erhalten und die Besiedlung mit resistenten Bakterien zu reduzieren.
Auch Umwelteinflüsse scheinen eine Rolle zu spielen. Kinder aus Haushalten mit landwirtschaftlich genutzten Flächen wiesen ein höheres Risiko der Besiedlung auf, vermutlich aufgrund des Kontakts mit durch tierische oder menschliche Fäkalien verunreinigtem Boden und kontaminiertes Wasser. Ramay erklärte, ihr Team plane weitere Studien, um besser zu verstehen, wie landwirtschaftliche Flächennutzung und Umwelteinflüsse die Besiedlung mit resistenten Bakterien beeinflussen.Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Universidad del Valle de Guatemala durchgeführt und von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sowie dem Wellcome Trust, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in London, die sich auf Gesundheitsforschung konzentriert, gefördert.
Quellen: EurekAlert! Vaccine