Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzte Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzte Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärztenetz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Ärzteverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, ein Ärzteverzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzte Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige HInweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


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  • Mein liebster Feind – Geschwisterrivalität: Kinder- und Jugendärzt*innen geben Tipps für ein friedlicheres Miteinander im Kinderzimmer

     

    Diplom-Mediziner Detlef Reichel erklärt: „Aus psychologischer Sicht und Sicht der Sozialisationsforschung ist Geschwisterstreit ein völlig normales Verhalten. Geschwister bilden die erste soziale Gruppe und lernen in ihren Auseinandersetzungen, ihre Gefühle auszudrücken. Sie erwerben soziale Kompetenzen, üben Durchsetzungsfähigkeit und Frustrationstoleranz und lernen so auch die Fähigkeit zur Empathie anderen gegenüber.

    Wenn Rivalität zwischen Geschwistern allerdings in Hass, Neid und Missgunst umschlägt und so auch im weiteren Leben Einfluss auf die psychische Gesundheit der Betroffenen nehmen kann, sollten Eltern eingreifen. Zunächst gilt es, sich näher mit den Ursachen zu beschäftigen:

    Als gesichert gilt, dass neben der Geburtsposition (Erst- Zweit- oder Drittgeborenes) der Geburtenabstand und das Geschlecht bzw. die Geschlechterkonstellation der Geschwister Einfluss auf das Zusammenleben und mögliche Konflikte haben. So stellt die Geburt eines zweiten Kindes für das Erstgeborene immer eine einschneidende Veränderung dar. Stand es bisher immer im Mittelpunkt, muss es jetzt lernen, Aufmerksamkeit, Liebe und Spielsachen zu teilen.

    Kulturelle Normen und Regeln bestimmen ebenfalls, welche inner- und außerfamiliäre Erfahrungen Geschwister gemeinsam machen können und ob sich ein fürsorglich-hilfsbereiter Umgang miteinander entwickelt oder überstarke Rivalität, Aggressionen und distanziert-abweisende Verhaltensweisen das Miteinander bzw. Gegeneinander von Geschwistern bestimmen.

    Eltern können einiges tun, um ihren Kindern ein friedlicheres Miteinander zu ermöglichen:

    •     Planen Sie so viel Familienzeit miteinander wie möglich.
    •     Sorgen Sie für klare Regeln und Rituale im Zusammenleben und Streitmanagement.
    •     Ziehen Sie keine Vergleiche zwischen den Geschwistern. Jedes Kind ist einzigartig mit seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen.

    Suchen Sie immer das Gespräch mit Ihren Kindern. Unterstützen Sie sie in der Konfliktbewältigung mit Kompromissvorschlägen, Ausgleich und Trost. Und wenn der tägliche Streit immer unerbittlicher und gewaltsamer ausgetragen wird und Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen über den Kopf wächst – suchen Sie sich professionelle Hilfe, zum Beispiel in den Familienberatungsstellen, bei Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen oder beim Jugendamt.

    Als Eltern tragen wir auch in dieser Frage ein hohes Maß an Verantwortung unseren Kindern gegenüber. Einfühlsamkeit und liebevolles, konsequentes Handeln helfen, das Risiko etwaiger psychischer Belastungen oder gar Erkrankungen im späteren Erwachsenenalter infolge nichtbewältigter Geschwisterkonflikte zu minimieren.“

    BVKJ-Pressemeldung


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    Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.bvkj.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

     

  • Kleinkinder: Mehr Bildschirmzeit bedeutet weniger Reden mit Eltern

    Das australische Forscherteam nennt das Phänomen, dass Kindern Zeit mit ihren Eltern aufgrund von Medien verloren geht, „Technoferenz“. In der Zeit, in der kleine Kinder mit Bildschirmen beschäftigt sind, haben sie keine Möglichkeit, in ihrer häuslichen Umgebung zu sprechen und zu interagieren.

    Die Forscher*innen veröffentlichten ihre Ergebnisse am 4. März in der Fachzeitschrift "JAMA Pediatrics".

    Die Empfehlungen der American Academy of Pediatrics sprechen sich dafür aus, dass Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren „nicht mehr als eine Stunde pro Tag [Medien nutzen sollten], um Kindern ausreichend Zeit für andere Aktivitäten zu geben, die für ihre Gesundheit und Entwicklung wichtig sind.“ Die deutsche Leitlinie „Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“ geht noch weiter: Sie empfiehlt, dass Kinder bis zu drei Jahren keinen Medienkontakt haben sollten und von drei bis sechs Jahren höchsten 30 Minuten täglich damit verbringen sollten.

    Jede Minute vor einem Bildschirm bedeutete fast sieben Wörter weniger gesprochen

    In der australischen Studie untersuchten Forscher*innen unter der Leitung von Mary Brushe von der University of Western Australia in Adelaide, wie viel Zeit Kleinkinder aus 220 Familien an einem durchschnittlichen Tag vor dem Bildschirm verbringen.

    Sie überwachten auch, wie viel Zeit diese Kinder damit verbrachten, mit ihren Eltern zu sprechen. Kinder im Alter von 12 bis 36 Monaten wurden beobachtet. Brushes Gruppe nutzte fortschrittliche Technologien, um all dies zu verfolgen: Alle sechs Monate trugen die Kinder einen Tag lang spezielle T-Shirts oder Westen, die mit empfindlichen Monitoren ausgestattet waren. Die Monitore verfolgten und differenzierten zwischen elektronischem Rauschen (von Bildschirmen ausgestrahlt) und der vom Kind, den Eltern oder einem anderen Erwachsenen gesprochenen Sprache.

    „Eine Verlängerung der Bildschirmzeit war mit einer Abnahme […] der Eltern-Kind-Gespräche verbunden“, stellten die Wissenschaftler*innen fest. Im Alter von drei Jahren schaute ein Kind in der Studie durchschnittlich jeden Tag zwei Stunden und 52 Minuten lang auf einen Bildschirm. Und „mit jeder weiteren Minute Bildschirmzeit hörten Kinder weniger Wörter von Erwachsenen, sprachen weniger und beteiligten sich an weniger an wechselseitigen Interaktionen“, stellte Brushes Gruppe fest. Das Team kam zu dem Ergebnis: Im Alter von drei Jahren führte jede zusätzliche Minute, die Kinder vor einem Fernseher oder Computerbildschirm verbrachten, dazu, dass sie an diesem Tag 6,6 Wörter weniger mit einem Erwachsenen sprachen.

    Eltern sind sich möglicherweise nicht der Auswirkungen der Bildschirmzeit auf die Entwicklung ihrer Kinder bewusst und benötigen evtl. „Unterstützung beim Verständnis des möglichen Zusammenhangs zwischen Bildschirmzeit und Möglichkeiten für Kinder und Erwachsene, in ihrer häuslichen Umgebung zu sprechen und zu interagieren“, sagten die Autor*innen.

    Im Gespräch mit der New York Times bezeichnete Sarah Kucker, Expertin für Sprachentwicklung und digitale Medien an der Southern Methodist University in Dallas, die australischen Ergebnisse als „beeindruckend“.
    „Medien verschwinden nicht“, betonte Kucker, „aber darauf zu achten, wie und wann Medien genutzt werden, könnte ein guter Weg für die Zukunft sein.“

    Quellen: HealthDay, JAMA Pediatrics, AAP, Leitlinie (Langfassung, Elternversion), New York Times






     

     

  • Frühgeburt erhöht nicht das Autismus-Risiko

    Frühgeborene tragen generell ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen, zu denen auch die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zählt. Dr. Sapir Ellouk von der renommierten Soroka Universitätsklinik und ihr Team untersuchten im Rahmen einer bevölkerungsbasierten Langzeitstudie, inwieweit eine Frühgeburt zur ASS-Diagnose beiträgt.

    Hierzu analysierte das Forscherteam die Daten zu 139.859 Schwangerschaften aus den Jahren 2005 bis 2017. Basierend auf dem Geburtszeitraum suchten die Forschenden mit verschiedenen statistischen Methoden nach auffälligen Häufungen von ASS-Diagnosen bei Kindern, die früh frühgeboren (vor der 34. Woche), spät frühgeboren (34.–37. Woche) oder zum Termin geboren (37. –42. Woche) wurden.

    Autismus tritt unabhängig von Frühgeburtlichkeit gleich häufig auf

    Signifikante Unterschiede im Zusammenhang mit früher oder später Frühgeburtlichkeit fand das Forscherteam nicht. Auch die Anpassungen an ethnische Zugehörigkeit, Alter der Mutter, Geschlecht des Kindes und Mangelgeburt (zu klein/leicht für Schwangerschaftswoche) beförderten keine signifikanten Unterschiede zutage zwischen Frühgeborenen und zum Termin Geborenen.

    Das Forscherteam geht daher davon, dass es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Frühgeburt und der Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung gibt.

    Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology