Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzte Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzte Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärztenetz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Ärzteverzeichnis".

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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, ein Ärzteverzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzte Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

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  • Modellrechnung: Extremes Übergewicht im Kindesalter kann die Lebenserwartung halbieren

    Die von Dr. Urs Wiedemann von Stradoo (Life-Science-Beratungsunternehmen in München) und Kolleg*innen an Universitäten und Krankenhäusern in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Spanien, den USA und Deutschland vorgestellte Modelrechnung, ergab dass der Beginn, der Schweregrad und Dauer von starkem Übergewicht Einfluss auf die Lebenserwartung hat.

    Entwicklung von extremen Übergewicht in einem sehr jungen Alter hat einen besonders starken Effekt

    Beispielsweise habe ein Kind, das im Alter von vier Jahren unter schwerer Fettleibigkeit leidet und anschließend nicht abnimmt, eine Lebenserwartung von 39 Jahren – etwa die Hälfte der durchschnittlichen Lebenserwartung, so die Forscher*innen.

    Dr. Wiedemann kommentierte: „Obwohl allgemein bekannt ist, dass starkes Übergewicht bei Kindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit verbundene Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes (T2D) erhöht und die Lebenserwartung verringern kann, gibt es nur lückenhafte Belege für das Ausmaß der Auswirkungen. […] Ein besseres Verständnis des genauen Ausmaßes der Langzeitfolgen und der Faktoren, die sie beeinflussen, könnte dazu beitragen, Präventionsstrategien und Behandlungsansätze zu prägen sowie die Gesundheit zu verbessern und das Leben zu verlängern.“

    Um mehr zu erfahren, erstellten die Forscher*innen ein Modell für früh einsetzendes starkes Übergewicht (Adipositas), mit dem sie die Auswirkungen von Adipositas bei Kindern auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit verbundene Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes (TD2) sowie die Lebenserwartung abschätzen konnten.

    Vier Schlüsselvariablen wurden einbezogen: Alter bei Beginn des starken Übergewichts, Dauer der Adipositas, irreversible Risikoakkumulation (ein Maß für irreversible Risiken von Fettleibigkeit – gesundheitliche Auswirkungen, die auch nach Gewichtsverlust bestehen bleiben) und Schweregrad der Adipositas.

    Der Schweregrad des Übergewichts basierte auf dem BMI-Z-Score. BMI-Z-Scores sind ein weit verbreitetes Maß für das Gewicht im Kindes- und Jugendalter und geben an, wie stark der BMI (Body Mass Index) einer Person vom normalen BMI für ihr Alter und Geschlecht abweicht, wobei höhere Werte ein höheres Gewicht bedeuten.
    Beispielsweise hat ein 4-jähriger Junge mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 103 cm und einem „normalen“ Gewicht von etwa 16,5 kg einen BMI Z-Score von 0. Ein gleichaltriger und gleichgroßer Junge mit einem Gewicht von 19,5 kg hat einen BMI Z-Score von 2, was gerade im Adipositasbereich liegt, und Altersgenosse der gleichen Größe, der 22,7 kg wiegt, hat einen BMI Z-Score von 3,5, was auf schwere Adipositas hinweist.

    Die Daten stammen aus 50 bestehenden klinischen Studien zu Adipositas und damit verbundenen Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme und Fettleber. An den Studien nahmen mehr als 10 Millionen Teilnehmer*innen aus Ländern auf der ganzen Welt teil, davon etwa 2,7 Millionen im Alter zwischen 2 und 29 Jahren.

    Frühes starkes Übergewicht erhöht Krankheitsrisiken

    Das Modell zeigt, dass ein früherer Beginn und eine schwerere Adipositas die Wahrscheinlichkeit erhöhen, damit verbundene Komorbiditäten zu entwickeln.
    Beispielsweise besteht bei einer Person mit einem BMI Z-Score von 3,5 (was auf schwere Adipositas hinweist) im Alter von 4 Jahren, die nicht weiter abnimmt, eine Wahrscheinlichkeit von 27%, bis zum Alter von 25 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken, und eine Wahrscheinlichkeit von 45%, im Alter von 35 Jahren Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

    Im Gegensatz dazu besteht bei einer Person mit einem BMI Z-Score von 2 im Alter von 4 Jahren ein Risiko von 6,5 % im Alter von 25 Jahren Typ-2-Diabetes zu bekommen und ein Risiko von 22% im Alter von 35 Jahren.
    Das Modell der früh einsetzenden Adipositas zeigt auch, dass ein höherer BMI Z-Score in einem frühen Alter zu einer geringeren Lebenserwartung führt.

    Beispielsweise verringert ein BMI Z-Score von 2 im Alter von 4 Jahren ohne anschließende Gewichtsreduktion die durchschnittliche Lebenserwartung um etwa 15 Jahre – von ca. 80 auf 65 Jahre. Die Lebenserwartung verringert sich weiter auf 50 Jahre bei einem BMI Z-Score von 2,5 und auf 39 Jahre bei einem BMI Z-Score von 3,5. Im Gegensatz dazu ergibt ein BMI Z-Score von 3,5 im Alter von 12 Jahren ohne anschließende Gewichtsreduktion eine durchschnittliche Lebenserwartung von 42 Jahren.
    Vergleiche mit Daten aus Studien, die nicht für das Modell herangezogen wurden, und die Meinungen führender Expert*innen bestätigten die Genauigkeit des Modells.

    Gegensteuern in jungen Jahren wirkt sich besonders günstig aus

    Die Modellierung zeigt auch, dass ein früherer Gewichtsverlust zu mehr Lebensjahren führt als ein späterer Gewichtsverlust. Dr. Wiedemann erklärte: „Das Early-Onset-Adipositas-Modell [Modell bei frühem Adipositasbeginn] zeigt, dass eine Gewichtsreduktion einen deutlichen Einfluss auf die Lebenserwartung und das Risiko für Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) hat, insbesondere wenn es Kinder früh abnehmen.“

    Zu den Einschränkungen des Modells gehört, dass es die Ursache von Adipositas, genetische Risikofaktoren, ethnische oder geschlechtsspezifische Unterschiede nicht berücksichtigte und auch die Wechselwirkungen von Begleiterkrankungen nicht mit einbezog.

    Starkes Übergewicht sollte als schwerwiegende Krankheit betrachtet werden

    Dr. Wiedemann kam zu dem Schluss: „Die Auswirkungen von Adipositas bei Kindern auf die Lebenserwartung sind tiefgreifend. Es ist klar, dass Adipositas bei Kindern als lebensbedrohliche Krankheit betrachtet werden sollte. Es ist wichtig, dass die Behandlung nicht aufgeschoben wird, bis sich Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder andere ‚Warnzeichen‘ zeigen. Denn eine frühzeitige Diagnose sollte und kann die Lebensqualität und -dauer verbessern.

    Quellen: MedicalXpress, ECO2024
     

     

     

     

     


        

     

  • Schlaf als Kinder-/Patientenrecht

    Deutsche und österreichische Kinderschlafmediziner:innen fordern ein Recht auf guten Kinderschlaf. Um diesen Weg zu ebnen, braucht es ein Umdenken in der Gesellschaft – und zunächst bei Eltern, Lehrern und Medizinern.
    Kindermediziner*nnen der Österreichischen und der Deutschen Gesellschaften für Schlafforschung und Schlafmedizin (ÖGSM und DGSM) kreierten den Slogan ‚Schlaf als Kinder-/Patientenrecht‘. Dieser hat sich in den letzten zwei Jahren zu einer internationalen Initiative entwickelt. Neben zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden auf Kongressen entstand auch ein Kurzfilm zum Thema von Patricia Marchart. In diesem werden zahlreiche Forderungen der Expert*innen benannt und begründet, wie etwa, dass schlafmedizinisches Wissen unbedingt in die Ausbildung von Kinderärzt*innen gehört oder, dass es ein Schritt in die richtige Richtung wäre, den Wert von gutem Schlaf den Kindern auch in der Schule zu vermitteln.

    Die Expert*innen empfehlen, bei Kindern und Jugendlichen mit motorischer Unruhe zwingend auch eine Schlafanamnese durchzuführen. Symptome wie Unruhe bei längerem Sitzen oder das ständige Zappeln mit den Beinen werden immer wieder als Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) fehlinterpretiert, ohne dass an das Vorliegen eines juvenilen Restless Legs Syndrom oder eines gestörten Nachtschlafes gedacht wird.
    Um einer Verwechslung mit dem ADHS vorzubeugen, kann ein Bluttest zur Bestimmung des Eisenstatus rasch Klarheit verschaffen. Eine Hauptursache von motorischer Unruhe ist Eisenmangel oder eine Störung des Eisenstoffwechsels, wie aktuelle Studien belegen. Darüber hinaus können Auffälligkeiten im Verhalten eines Kindes (z.B. motorische Handlungen, um sich wach zu halten) weiter Aufschluss über die Qualität des Nachtschlafes geben.
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    Romy Held, Pressestelle, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
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    Quelle: idw-online.de, Monatsschrift Kinderheilkunde

     

  • USA: Darmkrebsfälle nehmen bei Kindern und Jugendlichen stark zu

    Die Darmkrebsrate ist zwischen 1999 und 2020 bei Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren um 500% gestiegen. Davon berichteten Forscher*innen auf dem medizinischen Treffen der Digestive Disease Week in Washington, D.C.
    Bei den 15- bis 19-Jährigen steig die Rate um 333% und bei den 20- bis 24-Jährigen um 185%.

    „Darmkrebs wird nicht mehr nur als Krankheit der älteren Bevölkerung betrachtet“, sagte der leitende Forscher Dr. Islam Mohamed, ein Assistenzarzt für Innere Medizin an der University of Missouri-Kansas City, in einer Pressemitteilung.
    Für die Studie berechneten die Forscher‘*innen anhand von Daten des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) die Trends bei Darmkrebs bei Menschen im Alter zwischen 10 und 44 Jahren für den Zeitraum 1999–2020.

    Auch wenn die Raten bei Kindern und jungen Erwachsenen gestiegen sind, sind sie zahlenmäßig immer noch viel niedriger als bei älteren Erwachsenen, wie die Ergebnisse zeigen. Bei den 10- bis 14-Jährigen wurde im Jahr 2020 bei 0,6 Kindern pro 100.000 Darmkrebs diagnostiziert, gegenüber nur 0,1 Kindern pro 100.000 im Jahr 1999. Ebenso stiegen die Diagnosen bei 15- bis 19-Jährigen von 0,3 auf 1,3 pro 100.000, und bei den 20- bis 24-Jährigen stiegen sie von 0,7 auf 2 pro 100.000. Die häufigsten Darmkrebssymptome seien Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, rektale Blutungen und Anzeichen einer Eisenmangelanämie, erklärte Mohamed.

    Auch bei älteren Menschen kam es zu einer Zunahme von Darmkrebs:

    • 71% bis 6,5 pro 100.000 Menschen im Alter von 30 bis 34 Jahren.
    • 58% bis 11,7 pro 100.000 im Alter von 35 bis 39 Jahren.
    • 37% bis 20 pro 100.000 im Alter von 40 bis 44 Jahren.

    Zu den Risikofaktoren für Darmkrebs gehört eine familiäre Vorgeschichte von entzündlichen Darmerkrankungen oder Darmkrebs, ergänzte Mohamed. Weitere bekannte Risikofaktoren sind Fettleibigkeit, Tabakkonsum, Alkoholkonsum und Ernährung. Zu den mutmaßlichen Risikofaktoren gehören mangelnde körperliche Aktivität, Antibiotika und Nahrungsergänzungsmittel, so die Wissenschaftler*innen.

    Quellen: HealthDay, Digestive Diseases Week