Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
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Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
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Alarmierender Trend: Kinder greifen häufiger zur E-Zigarette
Aromen wie in Fruchtbonbons, ansprechende Verpackung, Werbung in den Sozialen Medien: vor allem junge Menschen sprechen gesundheitsschädliche Produkte wie aromatisierte E-Zigaretten (Vapes) an, wie sie die Tabak- und Nikotinindustrie vermarktet. Wie wirkungsvoll die Vermarktung von Vapes und Mehrweg-E-Zigaretten bei jungen Menschen fatalerweise verfängt, belegen aktuelle Studiendaten zum Rauchverhalten junger Menschen, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) veröffentlichte: Im Zeitraum 2021 bis 2025 kam es bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen zum Anstieg sowohl beim Rauchen als auch beim Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten (Vapes). 2025 rauchte fast jeder Zehnte (9,6%) der 12- bis 17-Jährigen (2021: 6,1%). Bei den Mehrweg-E-Zigaretten stieg der Anteil der männlichen Konsumierenden seit 2021 gar von 2,9 auf 6,7% und bei den weiblichen Konsumierenden von 1,8 auf 7,8% im Jahr 2025 (1).
„Dieser Befund ist alarmierend, wenn man bedenkt, welche gravierenden Folgen das Vapen bei Kindern und Jugendlichen für Gehirn, Herz, Lunge und andere Organe haben kann und auch wie Hersteller von E-Zigaretten eine Nikotinabhängigkeit und damit eine Raucherkarriere bereits bei Kindern gezielt in Kauf nehmen“, warnt der Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. Thomas Voigtländer. „Zugleich zeigen diese Zahlen einmal mehr, wie wichtig frühzeitige Tabak- und Suchtprävention sowie Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor diesen Produkten sind.“ Rauchen ist weiterhin einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreiskauf-Erkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit (KHK). Insgesamt gesehen gehen jährlich rund 131.000 Todesfälle in Deutschland auf den Rauchkonsum zurück (2).
Raucherzahlen weiterhin auf hohem Niveau
Nach wie vor auf einem hohen Niveau bewegen sich die Raucherzahlen in Deutschland: Mehr als jede vierte erwachsene Person raucht (2,4). Besonders hoch ist die Raucherquote unter jungen Erwachsenen: Im Alter von 18 bis 29 Jahren rauchen über 40% der Männer und rund 30% der Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen lässt sich die Entwicklung beobachten, dass E-Zigaretten mittlerweile beliebter sind als Tabakzigaretten. Während die Zahl der Minderjährigen, die Tabakzigaretten rauchen, in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen ist, gehört in der Altersklasse von 12 bis 17 Jahren die E-Zigarette inzwischen zu den beliebtesten Nikotinprodukten. „Dieser Trend macht uns Sorgen, weil Nikotinprävention beim Eindämmen gerade der Zahl junger Tabakraucher:innen erfolgreich war. E-Zigaretten bremsen diesen positiven Trend aus – wir müssen gegensteuern“, so Prof. Voigtländer.
Bester Schutz für Herz und Gefäße: Rauchfrei leben
Dass ein rauchfreies Leben den besten Schutz für Herz und Gefäße bietet, ist auch das Leitprinzip der beiden Projekte der Deutschen Herzstiftung „Rauchzeichen“ im Rhein-Main-Gebiet (Start 2004), und „nachvorn“ an der Charité – Universitätsmedizin in Berlin (Start 2023). Die Herzstiftung fördert beide Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von rund 250.000 Euro pro Jahr.
Tückisch sei insbesondere das verharmlosende Prinzip für die süchtig machende Wirkung von E-Zigaretten. „Süße Frucht- oder Cola-Aromen und die bunte spielzeugartige Verpackung der Vape-Produkte sind verführerisch für Kinder und verhindern, dass sie die gefährliche Wirkung des Vapens wahrnehmen“, berichtet der Kardiologe und fachliche Leiter des Projekts Rauchzeichen Dr. Oliver Przibille. „Unsere Erfahrungen in den Schulen zeigen, dass bereits 8- bis 9-jährige Kinder wissen, dass E-Zigaretten nikotinsüchtig machen, aber sie können noch nicht die Gefahr des Vapings auf ihre eigene Gesundheit übertragen.“ Infos unter: herzstiftung.de/podcast-vapen
Nicht nur E-Zigaretten, sondern auch Nikotinbeutel (z.B. Snus) und andere Nikotinprodukte stellen die Nikotinprävention und damit auch die Projekt-Teams von „Rauchzeichen“ im Rhein-Main-Gebiet und „nachvorn“ in Berlin vor neue Herausforderungen.
Nikotinprävention spätestens ab der fünften Klasse!
Dass das Vaping bereits für Kinder im Grundschulalter allgegenwärtig ist, gilt auch für „nachvorn“. „Im Zuge des Präventionsprogramms an Berliner Schulen und einer begleitenden Studie hat sich bestätigt, dass wir Nikotinprävention spätestens ab der fünften Klasse, also im Alter von zehn Jahren, ansetzen müssen“, betont die Projektleiterin von „nachvorn“ Prof. Dr. Gertraud Stadler, Leiterin des Arbeitsbereichs Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) an der Charité und der im Fachmagazin „Nature: Scientific Reports“ publizierten Studie (3). Das Forschungsteam der Charité hat „nachvorn“ gemeinsam mit Schüler:innen, Lehrkräften sowie Expert:innen aus Gesundheitswesen, Psychologie und Pädagogik mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Herzstiftung entwickelt und wird wissenschaftlich von Marina Hinßen (Charité), Erstautorin der Nature-Studie, begleitet und ausgewertet. Wie „Rauchzeichen“ in Hessen zielt auch das Berliner Präventionsprogramm darauf ab, Kinder zu erreichen, bevor sie zu Nikotinprodukten greifen. Die Nature-Studie zeigte unter anderem, dass das Programm „nachvorn“ in Schulen praktisch umsetzbar und für den Schulalltag an Schulen mit höheren wie niedrigeren soziostrukturellen Belastungen geeignet ist.
Dem Gruppendruck widerstehen lernen
Das Herzstück beider Präventionsprogramme bilden interaktive Workshops mit den Schulklassen. „Besonders wichtig ist uns, dass wir nicht nur über die gesundheitlichen Risiken aufklären, sondern auch die Lebenskompetenzen der Kinder stärken: sie lernen, Stress zu bewältigen, kritisches Denken und Widerstandsfähigkeit gegen Gruppendruck“, erklärt Marina Hinßen von der Charité. Kinder müssten lernen „Nein“ zu sagen und auch verstehen lernen, dass sie sich mit ihrem „Nein“ der großen Mehrheit derer anschließen, die nicht rauchen oder Nikotin in E-Zigaretten oder anderen Produkten konsumieren, erklärt Marina Hinßen. Zukünftig soll mit Hilfe einer Online-Plattform „nachvorn“ Nikotinprävention allen Schulen zugänglich gemacht werden.
Forderungen der Herzstiftung an die Politik
E-Zigaretten sind inzwischen das populärste Nikotinprodukt unter Jugendlichen, gefolgt von Tabakzigaretten und Shishas. E-Zigaretten werden, etwa in den sozialen Medien häufig als harmlose Alternative zur Zigarette dargestellt. „Dabei enthalten sie gesundheitsschädliche und abhängig machende Substanzen“, so der Kardiologe und Herzstiftungs-Vorsitzende Prof. Voigtländer. Studien zeigen, dass auch E-Zigaretten die Lunge und die Gefäße schädigen. Als Mitglied des Aktionsbündnisses Nichtrauchen (ABNR) fordert die Deutsche Herzstiftung von der Politik für alle Tabak- und Nikotinprodukte
- die Steuern darauf jährlich deutlich zu erhöhen,
- das Verbot jeglicher Form des Marketings,
- Verbot aller Aromastoffe,
- Einheitsverpackungen,
- niedrigschwellige und kostenfreie evidenzbasierte Angebote der Nikotinentwöhnung,
- Schutz aller Menschen vor jeglicher Passivinhalation.
Wer bereits raucht und mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte entsprechende Versorgungsangebote in Anspruch nehmen können. Rauchstoppprogramme, verhaltenstherapeutische Ansätze und etablierte medikamentöse Therapien sind wirksame Instrumente, um langfristig tabak- und nikotinbedingte Erkrankungen zu verringern. Wer sich über Angebote rund um den Rauchstopp informieren möchte, erhält auf der Herzstiftungs-Homepage (Suchwort „Rauchstopp“) hilfreiche Informationen.
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Michael Wichert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Herzstiftung e.V.
____________Literatur
(1) Pressemitteilung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) „Weltnichtrauchertag 2026: Vapen bei Jugendlichen auf dem Vormarsch“: https://www.bioeg.de/presse/pressemitteilungen/2026-05-26-weltnichtrauchertag-20... - abgerufen am 28.05.26
(2) DKFZ-Tabakatlas Deutschland 2025: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/Download/Tabakatlas-Deutschl... - abgerufen am 28.05.2026
(3) Hinssen M et al. Development of a school program for vaping and smoking prevention and protocol for a cluster randomized controlled trial in fifth grade students. Nat Sci Rep 2026 May 7. Doi: https://doi.org/10.1038/s41598-026-45720-w
(4) Information der Deutschen Krebshilfe: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebs-vorbeugen/rauchen-und-kr... - abgerufen am 28.05.2026
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Quellen: idw-online.de, Deutsche Herzstiftung e.V.
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Muttermale: Bei Wachstum, Farbveränderung und Bluten untersuchen lassen
Gewöhnliche Muttermale sind meist kleiner als 5 mm. Sie können hellbraun, rosa oder braun sein und weisen eine gleichmäßige Färbung auf. Sie sind glatt und haben klar abgegrenzte Ränder. Sie können überall am Körper auftreten, finden sich jedoch meist oberhalb der Taille. Auf der Kopfhaut, an der Brust und am Gesäß sind sie selten zu sehen.
Ein angeborenes Muttermal kann überall am Körper auftreten, findet sich aber meist am Rumpf sowie an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um einzelne ovale und gleichmäßig gefärbte Male. Im Laufe der Zeit können diese sich manchmal zu einem Melanom (Hautkrebs) entwickeln.
Muttermale von unregelmäßiger Form, mit einer Größe von mehr als 5 mm, mit unebenen Rändern, einer höckrigen Oberfläche oder einer uneinheitlichen Färbung bezeichnen Expert*innen als einen dysplastischen oder atypischen Nävus. Diese Male treten meist im Jugend- oder Erwachsenenalter auf und können sich zu einem Melanom entwickeln; daher ist eine genaue Beobachtung erforderlich.
Bei Veränderungen Fachärztin/ Facharzt aufsuchen
Bei folgenden Veränderungen bzw. Anzeichen sollten Eltern mit ihrem Kind eine Praxis aufsuchen:
- schnelles Wachstum oder Farbveränderung im Vergleich zu anderen Muttermalen;
- Blutung oder nicht Verheilen einer scheinbar offenen Hautverletzung an der Stelle des Muttermals;
- kuppelförmige erhabene Male mit rauen, unebenen Rändern und unterschiedlichen Farben;
- große Ausdehnung (über 6 mm);
- mehr als 50 Muttermale.
Wenn Eltern Bedenken hinsichtlich einer Veränderung des Aussehens eines Muttermals bei ihrem Kind haben, können sie ihre Kinder- und Jugendärztin oder ihren Kinder- und Jugendarzt um Rat fragen.
Quelle: JAMA Pediatrics
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Initiative „Acker“ fördert Ernährungskompetenz durch naturnahes Lernen
Im Rahmen der Bildungsinitiativer „Acker“ sollen Kinder unmittelbar erleben, wie Lebensmittel entstehen. Heranwachsende säen, pflanzen, pflegen und ernten ihr eigenes Gemüse. Dadurch sammeln sie nicht nur Wissen über Ernährung und Natur, sondern lernen auch, was frische Lebensmittel wert sind und warum Nachhaltigkeit nicht abstrakt, sondern ganz praktisch ist
Mit den vielfach ausgezeichneten Programmen AckerRacker für Kitas und der GemüseAckerdemie für Schulen wurden bereits 430.000 Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht. Fast 2.000 Schulen, Kitas und Kindergärten nehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein and der „Ackerinitiative“ teil. Lerngärten schaffen gesundheitsförderliche Lernorte, insbesondere auch für Kinder, die zuhause nur wenig Kontakt zur Natur haben. Gleichzeitig bieten sie bewusst medienfreie Zeit und fördern Bewegung sowie soziale Kompetenzen.
Mit dem KiFaZ-Acker unterstützt die Initiative Familienzentren dabei, Eltern und Kinder gemeinsam für gesunde Ernährung und nachhaltiges Handeln zu begeistern. So werden Ernährungsbildung und Naturerfahrung nicht nur in Kitas, sondern auch im familiären Alltag verankert – was auch vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert wird.
Damit möglichst viele Kinder langfristig von diesen Erfahrungen profitieren, setzt Acker bereits bei der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte an. Die CampusAckerdemie bringt Gemüseanbau und Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Ausbildung angehender Lehrkräfte und Erzieher*innen an Hochschulen. Studierende lernen auf einem eigenen CampusAcker praxisnah, wie sie später selbst Lerngärten in Schulen und Kitas erfolgreich umsetzen können.
Ergänzend vermittelt die FachschulAckerdemie angehenden Erzieher*innen bereits während ihrer Ausbildung praktische Ernährungsbildung und nachhaltigen Gemüseanbau. Gemeinsam mit erfahrenen AckerCoaches erwerben sie das Wissen und die Kompetenzen, Kindern später Natur, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit anschaulich und alltagsnah zu vermitteln.
Die Auszeichnung des Podcasts durch den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) möchte die gesellschaftliche Bedeutung dieses Ansatzes unterstreichen: Gesundheitsförderung beginnt dort, wo Kinder selbst erleben, wie Lebensmittel wachsen – und dabei mit allen Sinnen lernen. Genau dafür setzt sich Acker ein – mit dem Ziel, dass jedes Kind in Kita oder Schule die Möglichkeit erhält, sein eigenes Gemüse anzubauen.
Weitere Infos unter:
- Acker www.acker.co
- Podcast-Episode „ACKER – Wertschätzung wächst mit“
- Pressemeldung BVKJ (11.05.2026): BVKJ-Medienpreis 2026 ehrt Beiträge, die zeigen, wie Schulen oder Kitas zu Orten der Gesundheitsförderung werden