Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Sicherheitstipps für heiße Tage

    Sicherheit im Wasser

    Da die Temperaturen steigen und Kinder sowie Familien in dieser Saison zum ersten Mal in Pools und Seen springen, ist dies der perfekte Zeitpunkt für eine Auffrischung der Regeln zur Wassersicherheit. Die amerikanischen Fachleute des Regions Hospital und des Gillette Children’s empfehlen:

    • Bestimmen Sie einen „Wasserwächter“. Wählen Sie jeweils eine verantwortungsbewusste erwachsene Person aus, die die Kinder beim Schwimmen beaufsichtigt. Denken Sie jedoch daran: Wenn „jeder“ aufpasst, passt am Ende niemand richtig auf. 
    • Kinder sollten bei Bootsahrten oder Ähnlichen eine zertifizierte Rettungsweste tragen, die der Körpergröße und dem Gewicht des Kindes entspricht. Aufblasbare Schwimmhilfen (wie Schwimmflügel) sind kein Ersatz für eine richtig sitzende Rettungsweste. 
    • Nutzen Sie nach Möglichkeit ausgewiesene Schwimm- und Erholungsbereiche. 
    • Klären Sie Kinder über die Risiken beim Schwimmen in offenen Gewässern auf – wie etwa plötzliche, steil abfallende Uferbereiche, schlechte Sichtverhältnisse und Entfernungen, die weiter erscheinen, als sie tatsächlich sind.

    Verbrennungen durch Lagerfeuer

    Viele Brandverletzungen im Sommer stammen von Lagerfeuern bzw. Grillplätzen – auch vom Vortag. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 2 Jahren, so die Expert*innen.

    Um Verbrennungen vorzubeugen, sollten Eltern ihre Kinder von Feuerstellen und Grills fernhalten. Selbst noch am Morgen nach einem Lagerfeuerabend kann noch Glut vorhanden sein. Scheinbar kalte Holzscheite können Verbrennungen dritten Grades verursachen. Kinder sollten an beliebten Grillplätzen Schuhe tragen, um Verbrennungen an den Füßen zu vermeiden. Das Feuer sollte stets mit Wasser gelöscht werden. Wird es mit Erde oder Sand abgedeckt, speichert diese/dieser oft die Hitze und macht die Gefahrenstelle für andere Personen schwer erkennbar.

    Hitzebedingte Erkrankungen

    Jeder kann dem Risiko eines Sonnenbrands, einer Hitzeerschöpfung oder eines Hitzschlags ausgesetzt sein. Säuglinge und ältere Menschen sind am stärksten gefährdet. Da Kinder und besonders Säuglinge ihren Wärmehaushalt schlechter regulieren können als Erwachsene, sollten Eltern sie nicht zu starker Hitze aussetzen. Insbesondere im Auto können in der prallen Sonne innerhalb kürzester Zeit extreme Temperaturen entstehen. 
    Zu den Anzeichen einer Hitzeerschöpfung können ein rötlicher Hautausschlag, erhöhte Herzfrequenz, Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Schwitzen, blasse Haut, Schwindel und Muskelkrämpfe gehören. Um einer Hitzeerschöpfung vorzubeugen, hilft es u.a. ausreichend zu trinken. Eine unbehandelte Hitzeerschöpfung kann zu einem Hitzschlag führen, der weitaus gefährlicher ist. Eltern sollten ärztliche Hilfe auf, wenn sich die Symptome verschlimmern oder sich nicht bessern.

    Trampolin

    Im vergangenen Jahrzehnt musste das Regions Hospital Dutzende kleine Patient*innen stationär aufnehmen, die sich beim Trampolinspringen Verletzungen zugezogen hatten – darunter Knochenbrüche, Rückenmarksverletzungen und Herzstillstände. Trampoline sind gefährlich und sollten mit der gleichen Vorsicht behandelt werden wie Schwimmbecken. Für Familien sei es am sichersten, auf sie zu verzichten, lautet der Rat der amerikanischen Expert*innen. Wer dennoch eines besitzt, sollte Regeln aufstellen, die eingehalten werden (z.B. Kinder unter sechs Jahren dürfen nicht aufs Trampolin, nur unter Aufsicht von Erwachsenen, nur einzeln springen und nie ohne Netz). 

    Quelle: Newswise
     

     

  • Neue Empfehlungen zur medikamentösen Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit starkem Übergewicht

    Die medizinische Leitlinie zur „Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) sowie unter Mitwirkung von 21 Fachgesellschaften und 2 Selbsthilfegruppen wurde in ihren Aussagen zur medikamentösen Therapie vorzeitig aktualisiert. Hintergrund ist eine substanzielle Veränderung der wissenschaftlichen Evidenzlage.

    „Seit der letzten Leitlinienversion im Jahr 2019 hat sich die Evidenz zur medikamentösen Therapie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter grundlegend weiterentwickelt“, erklärt Leitlinienkoordinator Prof. Dr. med. Martin Wabitsch. „Mehrere randomisierte kontrollierte Studien zeigen klinisch relevante Effekte einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten auf Körpergewicht und kardiometabolische Risikofaktoren bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas. Gleichzeitig liegen Zulassungen für das Jugendalter vor. Vor diesem Hintergrund war ein Abwarten bis Anfang 2027 fachlich nicht vertretbar.“

    Ohne eine zeitnahe Aktualisierung bestünde das Risiko, dass therapeutische Entscheidungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Evidenz entsprechen.

    Klare Differenzierung im Empfehlungsgrad

    Die Leitliniengruppe hat zwei neue Empfehlungen zur medikamentösen Therapie verabschiedet: Bei Adipositas kann eine medikamentöse Therapie ab dem zugelassenen Mindestalter als Ergänzung einer leitliniengerechten Lebensstilintervention in Betracht gezogen werden. Bei Kindern und Jugendlichen mit extremer Adipositas (> 99,5. Perzentil) und anhaltender Gewichtszunahme sollte die medikamentöse Therapie in spezialisierten Zentren unter klar definierten Kriterien erwogen werden.

    Während die medikamentöse Therapie bei Adipositas im Kindes- und Jugendalter grundsätzlich eine individuell zu prüfende Option darstellt, rechtfertigt das deutlich erhöhte Krankheits- und Progressionsrisiko bei extremer Adipositas eine stärker gewichtete Empfehlung.

    „Kinder und Jugendliche mit extremer Adipositas tragen ein erheblich erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen“, so Prof. Wabitsch. „Eine medikamentöse Therapie stellt hier eine relevante Alternative zur bariatrisch-chirurgischen Therapie dar.“

    Versorgungspolitische Dimension

    Trotz der vorliegenden Evidenz wird die Kostenübernahme derzeit häufig unter Verweis auf § 34 Abs. 1 Satz 7 SGB V („Lifestyle-Paragraf“) abgelehnt. „Die aktuelle Evidenzlage zeigt deutlich, dass es sich nicht um eine Lifestyle-Intervention handelt, sondern um die Behandlung einer chronischen Erkrankung“, betont Dr. biol. hum. Stephanie Brandt-Heunemann, Leiterin der Methodengruppe. „Liegen eine hohe Evidenzqualität und eine entsprechende Zulassung vor, darf sich die Versorgungspraxis dem nicht entziehen.“

    Teilaktualisierung als verantwortliche Reaktion

    Adipositas im Kindes- und Jugendalter ist eine chronische Erkrankung mit hohem Risiko für Folgeerkrankungen bis ins Erwachsenenalter. Bei veränderter Evidenzlage besteht eine fachliche Verantwortung zum Handeln, der mit dieser vorgezogenen Teilaktualisierung Rechnung getragen wurde.

    Die reguläre Gesamtüberarbeitung der Leitlinie ist weiterhin für Januar 2027 vorgesehen.

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    Dr. Sybille Lunau Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
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    Quelle: idw-online.de, Leitinie AWMF, DGKJ, DAG     
     

     

  • Ozonbelastung mindert positive Wirkung von Sport auf Kinderlungen

    Die auf der ATS präsentierten Ergebnisse legen nahe, dass die gesundheitlichen Vorteile von Sport durch ungünstige Umweltbedingungen gemindert werden können.
    Die vorliegende Studie gehört zu den ersten Untersuchungen, die analysieren, wie das Zusammenspiel von intensiver körperlicher Aktivität und langfristiger Ozonexposition die Lungenentwicklung bei Kindern beeinflusst. Den Studienautoren zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Kinder in stärker belasteten Gebieten – sofern keine Maßnahmen gegen diese Umweltfaktoren ergriffen werden – möglicherweise nicht in gleichem Maße von den entwicklungsfördernden gesundheitlichen Vorteilen körperlicher Aktivität profitieren können wie ihre Altersgenossen in saubereren Umgebungen.

    „Die zentrale Botschaft lautet: Körperliche Aktivität und Umweltgesundheit sind eng miteinander verknüpft“, erklärte der Erstautor Dr. James Scales, Senior Research Fellow an der Queen Mary University of London. „Kinder zu körperlicher Aktivität zu ermutigen, ist unerlässlich; ebenso wichtig ist es jedoch sicherzustellen, dass sie in einer sauberen und gesunden Umwelt aufwachsen.“
    Die Förderung der Lungenentwicklung bei Kindern ist von großer Bedeutung, da die Lungenfunktion im Kindesalter die Atemwegsgesundheit im späteren Leben beeinflusst.
    Für die Studie analysierten die Forschenden Daten von mehr als 3.400 Kindern im Alter zwischen 6 und 9 Jahren, die über einen Zeitraum von vier Jahren im Rahmen der „Children’s Health in London and Luton“ (CHILL)-Studie erhoben worden waren. Sie setzten die Daten zum Aktivitätsniveau und zum Lungenwachstum der Kinder in Beziehung zur Luftschadstoffbelastung an deren Wohnorten – differenziert nach verschiedenen Arten von Luftverschmutzung.

    Einschränkung der positiven Trainingseffekte sogar stärker als durch Feinstaubbelastung

    Ein zentrales Ergebnis war: Während sich bei intensiver körperlicher Aktivität ein eindeutiger Zusammenhang mit der Lungenfunktion zeigte, war dies bei moderater Aktivität nicht der Fall. Dies legt nahe, dass die Intensität der körperlichen Betätigung für die Atemwegsgesundheit von Kindern eine entscheidende Rolle spielt. Zudem stellten die Forscher fest, dass Ozon – ein reaktives Gas, das die Atemwege reizen kann – eine größere Bedeutung für die Einschränkung der positiven Trainingseffekte hatte als die Belastung durch Feinstaubpartikel.

    „Dies deckt sich mit unserem bisherigen Wissensstand über die biologischen Wirkungen von Ozon während körperlicher Belastung: Wenn die Atemfrequenz steigt, gelangt vermehrt Ozon in die Lunge, wo es eine reizende Wirkung auf die Atemwege entfaltet“, erläuterte Dr. Scales.

    Umweltbedingungen bei der Erstellung von Leitlinien für körperliche Aktivität künftig stärker berücksichtigt werden sollten, so die Hoffnung der Wissenschaftler*innen. Als nächsten Schritt planen sie weiterführende Studien, um zu untersuchen, ob es spezifische Schwellenwerte für die Ozonexposition gibt, ab denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko ausgelöst wird. Sie hoffen zudem, die kurzfristigen Auswirkungen der Ozonbelastung auf die Atemwegsgesundheit von Kindern zu untersuchen.

    Quellen: newswise.com, American Thoracic S0ociety (ATS), American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine