Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".
Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@web.de
Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht
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Angesichts der Meningitis-Fälle in England erinnert die DGN an die Bedeutung der Impfung
Die aktuellen Fälle von Meningitis in Südengland (GOV UK, BBC) führen in Europa zur Beunruhigung. In der Tat ist eine Infektion mit Meningokokken eine große Gefahr. Der Erreger ist hochansteckend und führt zur Entzündung der Hirnhäute und wenig später auch des Gehirns – man spricht dann von einer Meningoenzephalitis. Die Erkrankung verläuft fulminant, wird sie zu spät behandelt, kann es zu schweren Spätfolgen und sogar zum Tode führen. Typische Spätfolgen dieser neurologischen Infektionskrankheit sind die Ausfälle einzelner Hirnnerven. Je nachdem, welcher Hirnnerv betroffen ist, können Sehstörungen, Hörverlust, Lähmungen, aber auch Kognitionsverlust bis hin zu einer Demenz sein.
„Bei einer Meningitis gilt im Prinzip der gleiche Merksatz wie beim Schlaganfall: ‚Time is Brain‘. Das bedeutet: Je früher behandelt wird, desto größer die Chance, die Erkrankung ohne Spätfolgen zu überstehen“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.
Wichtig ist daher, sich bei Verdacht in der Notfallaufnahme vorzustellen. „Anfangs werden die Symptome oft mit denen eines harmlosen grippalen Infekts verwechselt. Aber spätestens, wenn neben Kopfschmerzen auch Bewusstseinsstörungen oder neurologische Symptome wie epileptische Anfälle auftreten, muss an eine Meningitis gedacht werden. Betroffene sollten keine Zeit verlieren und die 112 wählen“, so der Experte. Die notfallmäßige Blut- und Nervenwasseruntersuchung – bei Bewusstseinsstörungen oder Herdsymptomen nach einer Computertomographie – führen rasch zur Diagnose. Bei Personen mit vermuteter bakterieller Meningitis und neurologischen Symptomen wird die Antibiotika-Therapie sogar begonnen, bevor überhaupt die bestätigte Diagnose vorliegt. In der Regel schlägt die Therapie gut und schnell an. Bei Kontaktpersonen erfolgt immer zur Sicherheit eine sofortige Postexpositionsprophylaxe mit Antibiotika, bevor sich erste Symptome einstellen.
Die Inzidenz der akuten bakteriellen Meningitis war in den letzten 30 Jahren in Europa rückläufig. Eine Arbeit aus den Niederlanden zeigte, dass die Inzidenz von 6,37 pro 100.000 Einwohner (1989 bis 1993) auf 1,58 pro 100.000 Einwohner gesunken ist (2014 bis 2019) [1]. Im Jahr 2021 wurden dem Robert Koch-Institut nur 68 invasive Meningokokkenerkrankungen gemeldet [1]. „Eine Erklärung für den Rückgang ist die Wirksamkeit der eingeführten Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie“, betont Berlit.
Grundsätzlich, aber auch angesichts der aktuellen Todesfälle in England, rät die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zur Impfung gemäß den aktuellen RKI/STIKO-Empfehlungen. „Die Impfung schützt den Geimpften und trägt dazu bei, dass bei das Meningitisrisiko insgesamt deutlich abnimmt. Doch durch die Impfmüdigkeit der Bevölkerung haben Infektionskrankheiten leider wieder Aufwind“, bedauert Prof. Berlit.
Für alle Kinder empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) standardmäßig Impfungen gegen Meningokokken B im Alter von 2, 4 und 12 Monaten. Spätestens bis zum 5. Geburtstag sollten Nachholimpfungen erfolgen.
Kinder und Jugendliche sollen im Alter von 12 bis 14 Jahren standardmäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y erhalten (Nachholimpfung bis zum Alter von 24 Jahren).[1] Pfister H.-W., Klein M. et al., Ambulant erworbene bakterielle Meningoenzephalitis im Erwachsenenalter, S2kLeitlinie, 2023, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 19.03.2026)
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Dr. Bettina Albers, Pressestelle der DGN, Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.
_______________Quellen: idw-online.de, DGN, AWMF, GOV UK, BBC
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Vorbereitung auf die Zeitumstellung
Eine US-amerikanische Schlafmedizinerin und Neurologin hat in einem Interview mit Newswise Tipps gegeben, wie sich Familien bereits im Vorfeld sanft auf die Zeitumstellung vorbereiten können.
Den Schlafrhythmus schrittweise anpassen
Dr. Sudha Tallavajhula, Professorin für Neurologie an der McGovern Medical School der UTHealth Houston, empfiehlt, den Schlafrhythmus bereits in der Woche vor der Zeitumstellung schrittweise anzupassen. Idealerweise gehen Kinder und Erwachsene jeden Tag etwa 15 Minuten früher ins Bett und stehen entsprechend früher auf. Selbst wenn diese Anpassung nur zwei bis drei Tage vor der Umstellung erfolgt, kann sie helfen. Besonders wichtig ist morgendliches Tageslicht: Sonnenlicht ist der wichtigste Taktgeber für unseren zirkadianen Rhythmus und unterstützt die innere Uhr dabei, sich schneller an die neue Zeit anzupassen.
Wie viel Schlaf brauchen Kinder?
Der Schlafbedarf ist altersabhängig und individuell unterschiedlich:
- Vorschulkinder: 10–13 Stunden
- Schulkinder: 9–12 Stunden
- Jugendliche: 8–10 Stunden
Ausreichender Schlaf ist entscheidend für Konzentration, emotionale Stabilität und körperliche Entwicklung.
Tipps für einen erholsamen Schlaf
Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist die wichtigste Grundlage für guten Schlaf – auch am Wochenende. Größere Abweichungen (mehr als 30–45 Minuten) können es Kindern erschweren, abends einzuschlafen.
Weitere Empfehlungen:
- Anstrengende körperliche Aktivität und schwere Mahlzeiten etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen vermeiden.
- Für eine ruhige, dunkle und möglichst kühle Schlafumgebung sorgen.
- Das Bett ausschließlich zum Schlafen nutzen – nicht zum Spielen, Grübeln oder für Bildschirmzeit.
Fünf Bausteine für eine gute Abendroutine
(Nach Empfehlungen des Children’s Hospital of Philadelphia)
- Regelmäßigkeit
Die Abendroutine sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit beginnen und in derselben Reihenfolge ablaufen. - Bildschirmzeit reduzieren
Elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer oder Fernseher sollten mindestens 30 Minuten vor Beginn der Abendroutine ausgeschaltet werden. Das blaue Licht kann die Melatoninproduktion hemmen und das Einschlafen verzögern. - Die Routine kurz und angenehm halten
Eine Abendroutine sollte 20–30 Minuten dauern (mit Baden maximal 40 Minuten) und entspannend wirken. Aktivitäten sollten dem Kind Freude bereiten. Für manche Kinder wirkt Baden eher anregend als beruhigend. - Klare Struktur
Alle Schritte der Routine sollten auf das Schlafzimmer hinführen. Zu viel Aktivität oder Ortswechsel können das Kind wieder aufdrehen. - Wach ins Bett legen
Kinder sollten möglichst wach ins Bett gelegt werden, damit sie lernen, selbstständig einzuschlafen. Stillen oder Füttern sollte – wenn nötig – vor dem eigentlichen Zubettgehen stattfinden.
Wann sollten Eltern ärztlichen Rat suchen?
Mit einer konsequenten Routine gewöhnen sich die meisten Kinder innerhalb von ein bis zwei Wochen an die neue Zeit. Halten Schlafprobleme länger an, ist eine Rücksprache mit der Kinder- und Jugendärztin oder dem Kinder- und Jugendarzt sinnvoll.
Schlafmittel oder Melatonin sollten bei Kindern auf keinen Fall ohne ärztliche Beratung eingesetzt werden.Quellen: Newswise, Children’s Hospital of Philadelphia
Weitere Informationen zu diesem Thema bietet die Elternbroschüre "Mein Kind schläft nicht" (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin – DGKJ)
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Forschende entschlüsseln „Fingerabdruck“ eines Gendefekts, der Herzfehler verursacht
Von 100 Neugeborenen kommen ein bis zwei Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt – häufig bleibt die genaue Ursache dafür unklar. Die Humangenetikerinnen und -genetiker der Universitätsmedizin Oldenburg haben jetzt ein Verfahren vorgestellt, mit dem sie überprüfen können, ob ein Defekt am Gen NOTCH1 verantwortlich ist. Mit diesem Wissen können Ärztinnen und Ärzte zuverlässigere Diagnosen stellen und zielgerichtet geeignete Therapien entwickeln. Betroffene und Angehörige erhalten außerdem endlich Antwort auf die Frage, inwiefern der Herzfehler voraussichtlich vererbbar ist.
Über die Forschungsergebnisse berichtet das Team um Prof. Dr. Marc-Phillip Hitz, Direktor des Universitätsinstituts für Medizinische Genetik am Klinikum Oldenburg, und der Laborleiter und Erstautor Dr. Gregor Dombrowsky in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“.
Die Suche nach der genauen Ursache für einen angeborenen Herzfehler gleicht häufig der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Der Mensch hat ungefähr 20.000 Gene. Jedes dieser Gene kann unterschiedliche Veränderungen tragen und längst nicht jede hat negative Auswirkungen. Häufig bilden auch mehrere gleichzeitig auftretende genetische Veränderungen zusammen die Ursache für einen Herzfehler. Kurz gesagt: Die Zahl der denkbaren Kombinationen ist riesig.Blut von herzkranken Kindern molekulargenetisch untersucht
Licht in dieses Dunkel bringen jetzt Oldenburger Forschende, die das Blut von fast 4.000 herzkranken Kindern molekulargenetisch untersucht haben. Ein Gen begegnete ihnen dabei immer wieder: NOTCH1. Es trägt den Bauplan für ein wichtiges Signalprotein, das eine führende Rolle dabei spielt, wie sich das Herz eines Embryos entwickelt. Ist der Bauplan verändert, arbeitet auch das auf ihm basierende Signalprotein nicht korrekt und stört den hochkomplexen molekulargenetischen Prozess der embryonalen Herzentwicklung. Dieser kleine Defekt führt zu einer Fehlerkaskade mit weitreichenden Folgen, die zum Beispiel zu angeborenen Herzfehlern führt. Obwohl NOTCH1-Veränderungen nur für ein Prozent aller angeborenen Herzfehler verantwortlich sind, gibt es kein anderes Gen, das häufiger Alleinverursacher für einen Herzfehler ist.
„Von einigen Veränderungen dieses Gens war bereits bekannt, dass sie der Grund für einen angeborenen Herzfehler sind, auch weil andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten. In der Praxis begegnen wir aber einer Vielzahl von zum Teil auch neuen NOTCH1-Veränderungen, von denen wir bisher nicht wissen, ob sie harmlos oder ursächlich sind“, erklärt Dombrowsky. „Wir haben deshalb einen Weg gesucht, mit dem wir auch sie einordnen können.“Wie Ermittler im Krimi machten sich die Forschenden auf die Suche nach Spuren, die bereits gut erforschte und schwerwiegende NOTCH1-Defekte in der Erbinformation von Betroffenen hinterlassen. Sie wussten: Der durch den Genfehler gestörte Signalprozess führt letztlich dazu, dass andere, eigentlich völlig intakte Gene nicht korrekt abgelesen werden. Methylgruppen heften sich an verschiedene Stellen der DNA und beeinflussen diesen Prozess bei Betroffenen. Fachleute sprechen von Methylierung.
Die Oldenburger Forschenden fanden heraus: Mit hoher Übereinstimmung waren bei den Testpersonen mit unterschiedlichen NOTCH1-Veränderungen die gleichen Abschnitte im Erbgut von der veränderten Methylierung betroffen. „Dieses Muster der betroffenen DNA-Abschnitte ist wie ein Fingerabdruck, den nur eine krankheitsursächliche NOTCH1-Veränderung im Erbgut hinterlässt. Dieses Wissen kann zukünftig genutzt werden, um sicher zu diagnostizieren, ob eine Veränderung ursächlich für einen Herzfehler ist“, so Dombrowsky.
Sonja Niemann, Presse & Kommunikation, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg
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Quellen: idw-online.de, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Genome Medicine