Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Intensive Schmerztherapie bei Kindern – neue Leitlinie garantiert hohe Behandlungsqualität
In Deutschland leiden 7% der 8- bis 17-Jährigen – also etwa 500.000 Kinder und Jugendliche – an so starken andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen, dass sie in ihrem Alltag und in der Schule stark eingeschränkt sind. Wird die chronische Schmerzerkrankung nicht oder falsch behandelt, kann sie bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und enorme negative Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft haben.
Unter Leitung der Deutschen Schmerzgesellschaft wurde gemeinsam mit zwölf weiteren Fachgesellschaften und Patient:innenorganisationen erstmals eine Leitlinie für die stationäre, interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) bei Kindern entwickelt. Sie soll die Behandlungsqualität verbessern und verhindern, dass Kinder unzureichend versorgt werden.
Was Kindern mit starken Schmerzen am besten hilft
Die effektivste Behandlungsmethode für schwere chronische Schmerzerkrankungen bei Kindern ist die stationäre IMST. Sie zielt darauf ab, die Schmerzen zu verringern und die Lebensqualität der Kinder zu steigern. „Schulbesuch und sportliche Aktivtäten sollen wieder möglich werden und die Kinder sollen Freude am Lernen und am Leben haben“, sagt Dr. Julia Wager, wissenschaftliche Leitung des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und wissenschaftliche Leiterin am Deutschen Kinderschmerzzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Unter ihrer Leitung wurde die Leitlinie erstellt. „Ziel der Behandlung ist es vor allem, die Einschränkungen durch den Schmerz zu verringern, damit Kinder und Jugendliche wieder aktiv am Alltag teilnehmen können“, so Wager.
Dafür empfiehlt die Leitlinie, dass die stationäre IMST in einer Klinik für Kinder und Jugendliche und mit einem interdisziplinären, pädiatrisch geschulten Behandlungsteam erfolgen soll, das auf die emotionalen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse dieser Gruppe eingehen kann. „Wir sehen die Leitlinie als einen echten Meilenstein für die intensive multimodale Schmerztherapie und nicht nur im Bereich der Kinder und Jugendlichen“ so Dr. Julia Wager.
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Svenja Malessa, Kommunikation und Marketing, Universität Witten/Herdecke
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Quellen: idw-online, Universität Witten/Herdecke, AWMF
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ADHS-Medikation im Kindesalter: Kein erhöhtes Psychoserisiko – Hinweise auf möglichen Schutzeffekt
Die Ergebnisse basieren auf Registerdaten von fast 700.000 in Finnland geborenen Personen. In einer Teilstichprobe von knapp 4.000 jungen Menschen mit ADHS wurde untersucht, ob eine Behandlung mit Methylphenidat langfristige Auswirkungen auf das Risiko für psychotische Erkrankungen hat.
Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko
Die Analyse zeigte insgesamt keinen Zusammenhang zwischen einer Behandlung mit Methylphenidat und einem erhöhten Risiko für spätere psychotische Störungen. Damit liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise darauf, dass die Medikation selbst nicht die Ursache für das bekannte erhöhte Psychoserisiko bei einer kleinen Gruppe von Menschen mit ADHS ist.
„Eine zentrale Frage war, ob ADHS-Medikamente dieses Risiko beeinflussen oder ob es sich um einen Zusammenhang handelt, der durch andere Faktoren erklärt wird“, erklärte Studienleiter Professor Ian Kelleher. „Unsere Ergebnisse sprechen dagegen, dass die Medikation ursächlich für ein erhöhtes Risiko ist.“
Hinweise auf möglichen Schutzeffekt in einer Untergruppe
In weiterführenden Analysen fanden die Forschenden Hinweise darauf, dass bei Personen mit einer ADHS-Diagnose im Kindesalter (vor dem 13. Lebensjahr) eine anhaltende Behandlung mit Methylphenidat mit einem geringeren Risiko für nichtaffektive psychotische Störungen im Erwachsenenalter verbunden sein könnte.
Die Autor*innen betonen jedoch, dass es sich hierbei um Sekundäranalysen handelt. Die Ergebnisse sollten daher vorsichtig interpretiert werden und erlauben keine eindeutigen Aussagen über einen kausalen Schutzeffekt.
Unterschiede je nach DiagnosealterFür Personen, bei denen ADHS erst im Jugendalter diagnostiziert wurde, konnten keine verlässlichen Aussagen getroffen werden. Die Forschenden weisen darauf hin, dass sich das Gehirn in verschiedenen Entwicklungsphasen unterschiedlich entwickelt und daher auch die Wirkung von Stimulanzien variieren könnte.
Angesichts der steigenden Zahl von ADHS-Diagnosen im Jugend- und Erwachsenenalter sehen die Autor*innen hier weiteren Forschungsbedarf.
Quellen: news-medical.net, University College Dublin, JAMA Psychiatry
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Zusammenhang von Geburtsmonat und Essverhalten
Die Verbindung des relativen Alters zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ist schon länger bekannt. Die Jüngeren eines Jahrgangs leiden beispielsweise häufiger an mentalen Problemen, werden eher mit ADHS diagnostiziert, haben im Durchschnitt schlechtere Noten und machen seltener Sport. Daher haben sich die drei internationalen Wissenschaftler auch das Essverhalten der Klassenjüngeren in 30 europäischen Ländern näher angesehen – mit vergleichbaren Ergebnissen.
Jungs stärker betroffen
„Beim objektiven Übergewicht gemessen am Body Mass Index sehen wir zum Beispiel, dass die Jüngsten innerhalb eines Schuljahrgangs eine um rund 2 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit haben, übergewichtig zu sein, als die Ältesten“, veranschaulicht Hartmann, „Jungs sogar noch stärker als Mädchen.“ Was zunächst nicht viel erscheint, ist gemessen am durchschnittlichen Risiko für Übergewicht von 13,9 Prozent in der gesamten Umfrage statistisch sehr relevant.
Andere Einflussfaktoren auf die Ernährungsgewohnheiten wie etwa Familienzusammenstellung oder Wohlstand hat das Trio jeweils herausgerechnet, um die Auswirkungen des relativen Alters genau erfassen zu können. Außerdem wurden Daten aus Ländern, die keinen einheitlichen Stichtag für den Schuleintritt haben, ausgeschlossen. Dazu gehört auch Deutschland.
Die Gründe für das ungesunde Verhalten können bisher nur vermutet werden. Zum einen fördern die schon erwähnten häufigeren mentalen Probleme bei Jüngeren schlechte Essgewohnheiten. Zum anderen könnten sie größeren sozialen Druck verspüren. So sei zum Beispiel vorstellbar, dass sie von älteren Mitschülern vorgelebtes ungesundes Verhalten übertrieben nachahmen.
Argument für Schulessen
Doch was ist dagegen zu tun? „Zum einen geht es darum, Eltern und Lehrkräfte für relative Alterseffekte zu sensibilisieren“, so Hartmann. Außerdem zeige die Studie auch, dass die Effekte in Ländern mit flächendeckenden Schulmahlzeiten weniger ausgeprägt kleiner ausfallen. Ein Plädoyer für die Schulkantine also, ebenso übrigens für einen späteren Schulbeginn. „Jüngere Schülerinnen und Schüler lassen an Schultagen häufiger das Frühstück ausfallen“, führen die Forscher*innen aus. Das könne darauf hinweisen, dass sie länger schlafen und die fehlende Zeit durch das Weglassen des Frühstücks kompensieren.
Wichtige Phasen für Entwicklung von Essgewohnheiten
Das Essverhalten beginnt sich früh im Leben zu formen, wahrscheinlich bereits im Vorschulalter, wenn sich Essgewohnheiten und Vorlieben entwickeln. Darüber hinaus gibt es wichtige Entwicklungsphasen – wie das mittlere Kindesalter, die Adoleszenz und das frühe Erwachsenenalter –, in denen Menschen besonders empfänglich für Ernährungsumstellungen sein können. In der Adoleszenz beispielsweise beeinflussen zunehmend externe Faktoren, insbesondere das schulische Umfeld, das (Ess-)Verhalten Dort spielen Gleichaltrigen und das schulische Angebot eine bedeutende Rolle.
Umfangreiche Daten zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern: Health Behaviour in School-Aged Children
Die Daten stammen aus der Studie „Health Behaviour in School-Aged Children“. In ihr wurden zwischen 2001 und 2018 etwa 600.000 Schüler*innen im Alter von 10 bis 17 Jahren aus 30 europäischen Ländern fünfmal befragt.
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Dr. Simon, Thijs Kommunikation & Marketing, Universität Trier
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Quellen; idw-online.de, Universität Trier, Economics of Education Review