Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Rauchen im Auto: Warum Kinder und Schwangere besonderen Schutz benötigen
Fachleute, Gesundheitsorganisationen und zahlreiche Bundesländer fordern seit Jahren strengere Regelungen für das Rauchen im Auto zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen.
Passivrauchen: unfreiwillige Belastung mit erheblichen Gesundheitsrisiken
In Zigarettenrauch sind zahlreiche gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Insgesamt wurden im Tabakrauch mehr als 5.300 chemische Substanzen nachgewiesen, darunter zahlreiche giftige, reizende und krebserzeugende Verbindungen.
Passivrauchen ist keine bloße Geruchsbelästigung, sondern ein wissenschaftlich belegter Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen. Bereits kurzfristige Belastungen können Beschwerden wie Atemwegsreizungen und Übelkeit hervorrufen. Langfristig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Asthma sowie verschiedene Krebserkrankungen, insbesondere Lungenkrebs.
Kinder tragen ein besonders hohes Risiko
Für Kinder stellt Tabakrauch eine besondere Gefahr dar. Aufgrund ihrer höheren Atemfrequenz nehmen sie mehr Schadstoffe auf.
Regelmäßige Passivrauchbelastung im Kindesalter wird mit einem erhöhten Risiko für Infektionen der unteren Atemwege, Mittelohrentzündungen, Asthma, einer eingeschränkten Lungenfunktion und dem plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht. Auch das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht bei Neugeborenen steigt, wenn Mütter während der Schwangerschaft Tabakrauch ausgesetzt sind. Darüber hinaus zeigen Studienergebnisse, dass Kinder rauchender Eltern später häufiger selbst zu Tabakprodukten greifen.
Besonders problematisch ist die Situation in Fahrzeugen. Selbst bei geöffneten Fenstern können sich Schadstoffe in hoher Konzentration im Fahrzeuginnenraum ansammeln. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund jedes zehnte Kind bzw. jeder zehnte Jugendliche regelmäßig oder sehr häufig Tabakrauch im Auto ausgesetzt ist. Hochgerechnet betrifft dies mehrere Hunderttausend Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Rauchen im Auto: erlaubt trotz bekannter Gefahren
Obwohl die gesundheitlichen Risiken gut dokumentiert sind, existiert in Deutschland bislang kein generelles Verbot des Rauchens in Fahrzeugen bei Anwesenheit von Kindern, Jugendlichen oder Schwangeren. Der Grund liegt vor allem darin, dass ein privat genutztes Auto rechtlich als persönlicher Lebensbereich angesehen wird, in den staatliche Eingriffe nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind.
Dennoch wird seit Jahren über eine entsprechende Regelung diskutiert. Mehrere Bundesländer setzen sich für ein Rauchverbot in Fahrzeugen ein, sobald Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Aktuell handelt es sich bereits um den dritten politischen Anlauf, eine solche Regelung bundesweit einzuführen.
Während Deutschland weiterhin auf freiwillige Rücksichtnahme setzt, haben zahlreiche europäische Staaten bereits gesetzliche Einschränkungen eingeführt. In Ländern wie Italien, Frankreich, Österreich oder Griechenland gelten bereits unterschiedliche Rauchverbote in Fahrzeugen.
E-Zigaretten und Vapes: nicht harmlos für Mitfahrende
Neben klassischen Tabakprodukten gewinnen elektronische Zigaretten und Vapes zunehmend an Bedeutung. Viele Nutzerinnen und Nutzer gehen davon aus, dass die entstehenden Aerosole für Umstehende weitgehend unproblematisch seien. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
„Auch bei E-Zigaretten und Vapes gibt es derzeit keine Entwarnung. Gesundheitliche Risiken für Menschen in der Umgebung können nach dem aktuellen Wissensstand nicht ausgeschlossen werden. Die ausgeatmeten Aerosole enthalten verschiedene chemische Substanzen, deren langfristige Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind“, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Aus diesem Grund soll ein mögliches Rauchverbot in Fahrzeugen ausdrücklich auch für E-Zigaretten und vergleichbare Produkte gelten.
Hinzu kommt ein verkehrsrechtlicher Aspekt: Moderne E-Zigaretten verfügen teilweise über Touchscreens oder elektronische Bedienelemente. Werden diese während der Fahrt genutzt, kann dies unter Umständen als Verstoß gegen das Verbot der Nutzung elektronischer Geräte am Steuer gewertet werden. Außerdem können große Dampfwolken die Sicht im Fahrzeug beeinträchtigen und dadurch die Verkehrssicherheit gefährden.
Rauchen bleibt eine der größten vermeidbaren Krankheitsursachen
Unabhängig von der Diskussion um das Rauchen im Auto verursacht Tabakkonsum weiterhin erhebliche gesundheitliche Schäden. Jährlich sterben in Deutschland rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Hier sind vorzeitige Todesfälle aufgrund von Passivrauchen noch nicht mitgezählt.
Die Anzahl der rauchenden Erwachsenen ist über die letzten Jahre in Deutschland rückläufig. Bei Jugendlichen zeichnet sich jedoch eine andere Entwicklung ab. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass der Anteil rauchender 12- bis 17-Jähriger über die vergangenen Jahre wieder leicht angestiegen ist.
Parallel dazu verbreiten sich neue nikotinhaltige Produkte. Dazu gehören Nikotinbeutel, Nikotinzahnstocher und weitere nikotinhaltige Erzeugnisse, die häufig als moderne oder weniger schädliche Alternativen vermarktet werden. Obwohl sie keinen Tabakrauch erzeugen, führen sie ebenfalls zur Aufnahme von Nikotin und können eine Abhängigkeit fördern.
„Gerade die Unauffälligkeit macht diese Produkte so problematisch. Nikotinbeutel sind klein, geruchlos und können nahezu unbemerkt verwendet werden. Auch Nikotinzahnstocher unterscheiden sich äußerlich kaum von herkömmlichen Zahnstochern. Hinzu kommt, dass viele dieser Produkte nicht legal in den Verkehr gebracht werden“, betont Prof. Dr. Berthold Koletzko.
Angesichts steigender Raucherzahlen unter Jugendlichen und der wachsenden Verbreitung neuer Nikotinprodukte wäre ein gesetzliches Rauchverbot im Auto ein wichtiges Signal und ein konkreter erster Schritt, um Kinder und Jugendliche zumindest dort vor Tabak- und Nikotinexposition zu schützen, wo sie keine Wahl haben.
Giulia Roggenkamp, Pressestelle, Stiftung Kindergesundheit
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Quellen: idw-online.de, Stiftung Kindergesundheit -
Norwegische Studie: Stillen könnte Risiko für ADHS senken
„Wir haben festgestellt: Je länger ein Kind ausschließlich gestillt wurde (bis zu sechs Monate), desto geringer war die Ausprägung von ADHS-Symptomen im Alter von 3, 5 und 8 Jahren“, erklärte die leitende Forscherin Dr. Berit Skretting Solberg in einer Pressemitteilung der Universität von Bergen.
Muttermilch ist speziell auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt und enthält zahlreiche Nährstoffe, die der Gehirnentwicklung zugutekommen, so die Wissenschaftler*innen. Dazu gehören langkettige Fettsäuren, Aminosäuren, Antikörper und nützliche Bakterien.
Für die neue Studie untersuchten die Forschenden Daten von mehr als 37.600 Kindern, die an einer Langzeitstudie mit norwegischen Familien teilnahmen. Die Mütter gaben an, wie lange sie ihre Kinder ausschließlich stillten und ab wann sie andere Flüssigkeiten oder feste Nahrung erhielten. Die Ergebnisse zeigten, dass Stillen die Wahrscheinlichkeit für ADHS sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen verringerte. Der Effekt war im Alter von 3 und 5 Jahren am stärksten ausgeprägt und schwächte sich mit 8 Jahren etwas ab.
Jede Form des Stillens war vorteilhaft, doch der schützende Effekt nahm mit der Dauer und Häufigkeit zu, wie die Autor*innen feststellten. Den stärksten Schutz vor ADHS wiesen Babys auf, die bis zu sechs Monate lang ausschließlich gestillt worden waren.
Die Expert*innen versuchten genetische Faktoren als mögliche Erklärung auszuschließen, indem sie bekannte Einflussfaktoren – wie etwa eine familiäre Vorbelastung mit ADHS – berücksichtigten. Das Team verglich außerdem Geschwister, die von derselben Mutter unterschiedlich lange gestillt worden waren.
„Selbst nach dieser Bereinigung zeigte sich ein deutlicher, wenn auch moderater schützender Effekt der Dauer des ausschließlichen Stillens auf spätere ADHS-Symptome“, so Solberg.
Die Forschenden wiesen jedoch darauf hin, dass weitere Studien und klinische Untersuchungen erforderlich seien, um diesen Zusammenhang zu bestätigen und zu prüfen, ob er auch außerhalb Norwegens Bestand hat.
Solberg vermutet, dass der schützende Effekt in Regionen, in denen Stillen weniger verbreitet ist, sogar noch stärker ausfallen könnte. „In unserer Gesellschaft ist die Vererbung wahrscheinlich der stärkste Risikofaktor für ADHS. Da ADHS jedoch […] von mehreren Faktoren beeinflusst wird, deutet unsere Studie darauf hin, dass auch das Ausmaß des Stillens dazu beitragen kann, kleine Kinder vor der Entwicklung von ADHS-Symptomen zu schützen“, sagte sie.
Quellen: HealthDay, University of Bergen, Biological Psychiatry
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„TigerKids – Kindergarten aktiv“ neue Materialien stärken Gesundheitsförderung im Kindergarten
Ein zentrales Ergebnis der Weiterentwicklung ist das neu ergänzte Themenfeld „Resilienz“, das neben den etablierten Schwerpunkten Bewegung, Ernährung und Entspannung als viertes Element in das Programm aufgenommen wurde. Die Überarbeitung wurde in Kooperation mit der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse umgesetzt. Das wissenschaftlich fundierte und evaluierte Programm wurde bislang in mehr als 10.000 Kindergartengruppen umgesetzt und hat rund 530.000 Familien erreicht.
Wissenschaftliche Studien unterstreichen die Bedeutung frühzeitiger Resilienzförderung für die psychische Gesundheit von Kindern. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KiGGS zeigen, dass rund jedes sechste Kind (16,9%) im Alter von 3 bis 17 Jahren Hinweise auf psychische Auffälligkeiten aufweist; im Zuge der Corona-Pandemie hat sich dieser Anteil bei Kindern und Jugendlichen deutlich erhöht (Robert Koch-Institut, 2018; Ravens-Sieberer et al., 2021). Forschungsergebnisse belegen zugleich, dass insbesondere stabile Beziehungen, soziale Unterstützung sowie die Stärkung von Selbstvertrauen und Bewältigungskompetenzen wichtige Schutzfaktoren darstellen. Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen gelten dabei als besonders wirksam, wenn sie frühzeitig, entwicklungsorientiert und im direkten Lebensumfeld der Kinder – etwa in Kindertageseinrichtungen – ansetzen (Kaiser, 2020).
"Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die ihnen viel abverlangt. Mit dem neuen Resilienz-Modul stärken wir sie genau dort, wo es früh beginnt: im Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und im Umgang mit Herausforderungen”, erklärt Eva Berninger, Fachexpertin für Gesundheitsprävention bei der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse. Das neue Resilienz-Modul unterstützt Kinder spielerisch beim Aufbau emotionaler Stärke, der Selbstwahrnehmung und im Umgang mit Herausforderungen und erweitert damit die ganzheitliche Gesundheitsförderung im frühkindlichen Bereich.
Darüber hinaus wurde das Programm deutlich praxisnäher gestaltet: Alle Module folgen nun einem einheitlichen Praxisstundenformat, das pädagogische Fachkräfte direkt und eigenständig im Kindergartenalltag umsetzen können. Neu entwickelt wurden außerdem ein Praxisbegleiter mit Geschichten und Übungen, Gesundheitsimpulse für pädagogische Fachkräfte sowie Materialien wie Gefühlswürfel und Gefühlskarten – ergänzt durch digitale Elemente, die analoge Inhalte sinnvoll erweitern und zeitgemäße Vermittlungsformen unterstützen.
Auch die Einbindung der Familien wurde gestärkt: Mit dem neu entwickelten „Gesunden Tiger-Wochenende" begleitet der kleine Tiger die Kinder nach Hause und lädt Familien ein, gemeinsam gesunde Erlebnisse im Alltag zu sammeln.
“TigerKids – Kindergarten aktiv verbindet damit weiterhin bewährte Ansätze der Gesundheitsförderung mit aktuellen Entwicklungen in Pädagogik, Praxisorientierung und Digitalisierung”, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. “Das Programm unterstützt pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen sowie Familien nachhaltig dabei, Bewegung, ausgewogene Ernährung, Entspannung und nun auch Resilienz fest im kindlichen Alltag zu verankern.”
Weitere Informationen zum Programm und das Bestellformular finden Sie unter: www.tigerkids.de
Weitere Informationen:
Pädagogische Fachkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte können bereits jetzt ins erste TigerKids-Abenteuer starten. Egal ob zuhause oder im Kindergarten.
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Giulia Roggenkamp Pressestelle, Stiftung Kindergesundheit
___________________________Quellen: idw-online.de, Stiftung Kindergesundheit