Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Plötzlicher Kindstod: Eltern neigen zum Verzicht auf sichere Schlafumgebung während Krankheitsphasen
In Interviews mit über 100 Bezugspersonen von Säuglingen im Alter von 0 bis 12 Monaten, die aufgrund einer Erkrankung in der Notaufnahme vorgestellt wurden, stellten die Forscher*innen fest, dass unsichere Schlafgewohnheiten während Krankheitsphasen häufiger vorkamen und oft auch nach Abklingen der Krankheit fortbestanden. Diese veränderten Schlafgewohnheiten erhöhen das Risiko eines plötzlichen unerwarteten Kindstods (sudden unexpected infant death - SUID), einem Oberbegriff, der auch das plötzliche Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) umfasst. SUID führte laut US-Gesundheitsstatistik im Jahr 2022 zum Tod von 3.700 Kindern.
Zahlreiche Studien der letzten Jahrzehnte haben unsichere Schlafgewohnheiten mit dem plötzlichen Kindstod (SIDS) und dem unerwarteten plötzlichen Kindstod (SUID) in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse einer neuen, von den National Institutes of Health (NIH) finanzierten Studie wurden am 18. September in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht und untermauern die Annahme, dass Erkrankungen im Säuglingsalter ein Risikofaktor für SUID sind.
Die Betreuungspersonen wurden zu den üblichen Schlafgewohnheiten ihrer Babys befragt und ob sich diese im Krankheitsfall veränderten. Sie berichteten, dass die Einhaltung sicherer Gewohnheiten, wie das Schlafen im Kinderbett, insgesamt von 61,8% vor der Erkrankung auf 48,1% während der Erkrankung zurückging. Gleichzeitig stieg der Anteil der Betreuungspersonen, die angaben, dass ihre Säuglinge im Bett oder auf der Couch schliefen, von 56,5% vor der Erkrankung auf 62,6% während der Erkrankung und erreichte bei der Nachuntersuchung nach einem Monat sogar 75%. Auch die Häufigkeit des gemeinsamen Schlafens im Elternbett stieg insgesamt von 57,3% vor der Erkrankung auf 68,7% während der Erkrankung und erreichte bei der Nachuntersuchung nach einem Monat sogar 83,6%.
Viele Betreuungspersonen in der Studie berichteten, dass sie während der Erkrankung ihres Kindes von empfohlenen sicheren Schlafpraktiken abwichen, beispielsweise vom Schlafen in Rückenlage. Zu den häufigsten Änderungen zählten vermehrtes gemeinsames Schlafen im Elternbett, das Schlafen auf nicht empfohlenen Unterlagen sowie die Bauch- oder Seitenlage, die nicht den Empfehlungen entsprechen.
Die Tatsache, dass diese Veränderungen auch nach der Erkrankung anhielten, unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Förderung sicherer Schlafpraktiken während einer Erkrankung, so Dr. Mary Beth Howard, Kinder- und Jugendärztin für Notfallmedizin am Johns Hopkins Children’s Center und Leiterin der Studie.
„Eltern nehmen diese Änderungen oft vor, weil sie ihr krankes Baby trösten oder es genau beobachten möchten. Doch diese gut gemeinten Anpassungen erhöhen tatsächlich das Risiko eines plötzlichen, unerwarteten Todes. Krankheit ist eine besonders sensible Zeit, weshalb es umso wichtiger ist, die Empfehlungen für sicheren Babyschlaf einzuhalten“, sagt Howard.
Um den plötzlichen Kindstod zu vermeiden, sollten Eltern u.a. das Baby zum Schlafen auf den Rücken legen, es ohne Decken, Kissen oder Kuscheltiere und in einem Kinderbett allein schlafen lassen.Quellen: EurekAlert! Johns Hopkins Medicine, Pediatrics
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Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft stärkt die Abwehr bei Neugeborenen
2024 wurden in Deutschland die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht 2013 verzeichnet. Mit fast 122 Fällen pro 100.000 Einwohner waren Säuglinge unter einem Jahr am stärksten betroffen. Für 2025 erwarten Expert:innen ähnlich hohe Fallzahlen. Keuchhusten kann für Neugeborene tödlich sein. In Deutschland erhalten sie frühestens ab dem zweiten Lebensmonat die erste von drei notwendigen Impfdosen. Ab der zweiten Impfung, die Säuglinge mit ungefähr vier Monaten verabreicht bekommen, verfügen sie über einen ersten eigenen Schutz. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, wird Schwangeren in Deutschland und den meisten europäischen Ländern empfohlen, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Die werdenden Mütter geben ihre schützenden Antikörper über die Plazenta an das ungeborene Kind weiter. Diese indirekte Immunisierung ist eine sichere und effektive Methode, die von Geburt an wirksam ist.
Ein Forschungsteam um Prof. Beate Kampmann, Direktorin des Instituts für Internationale Gesundheit an der Charité und Wissenschaftliche Leiterin des Charité Centers Global Health, konnte nun erstmals nachweisen, dass die von der Mutter übertragenen Antikörper nicht nur im Blut, sondern auch in der Nasenschleimhaut der Neugeborenen vorhanden sind – also genau dort, wo die Erreger in den Körper eindringen. „Wir wussten, dass mütterliche Antikörper über die Plazenta weitergegeben werden. Überraschend war allerdings, dass wir sie auch auf der Nasenschleimhaut der Neugeborenen – auf für die Kinder schonende Weise – nachweisen konnten. Das unterstreicht die Wirksamkeit der indirekten Impfung“, sagt Beate Kampmann, die gemeinsam mit einem Team der MRC Unit The Gambia und ihrem niederländischen Kollegen Prof. Dimitri Diavatopoulos das Design der aktuellen Untersuchung entwickelt hat.
Unterschiedliche Immunantwort je nach Impfstofftyp
Im Rahmen der internationalen Studie wurden 343 schwangere Frauen im westafrikanischen Gambia entweder mit einem Keuchhusten- oder einem Tetanus-Impfstoff geimpft. Mütterliche Antikörper gegen Keuchhusten waren sowohl im Blut als auch auf der Nasenschleimhaut der Säuglinge nachweisbar, wenn ihre Mütter die entsprechende Impfung erhalten hatten. Die Forschenden der Medical Research Council Unit The Gambia der London School of Hygiene and Tropical Medicine untersuchten weiterhin Blut und Nasensekrete von rund 160 Neugeborenen vor und nach deren routinemäßiger Keuchhustenimpfung mit unterschiedlichen Impfstoffarten.
Wie die Studie zeigte, entwickelten Babys, die im Alter von 8, 12 und 16 Wochen einen Ganzzell-Keuchhustenimpfstoff erhalten hatten, im Durchschnitt eine stärkere Immunantwort als diejenigen, denen ein azellulärer Impfstoff verabreicht wurde. „Ein Ganzzellimpfstoff enthält das vollständige, aber inaktivierte Keuchhustenbakterium, während ein azellulärer Impfstoff nur wenige gereinigte Bestandteile des Bakteriums beinhaltet“, erklärt Beate Kampmann. „Azelluläre Impfstoffe verursachen in der Regel weniger Nebenwirkungen, bieten aber meist einen kürzer anhaltenden Schutz. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass auch der Keuchhusten-Ganzzellimpfstoff länger schützt.“
Was die aktuellen Ergebnisse für den klinischen Schutz und die Impfstrategie in unterschiedlichen Situationen bedeuten, muss weiter untersucht werden, unterstreicht das Forschungsteam. In Europa wird seit 2005 der azelluläre Impfstoff verwendet, während die meisten Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiterhin den Ganzzellimpfstoff einsetzen. „Länder, die Ganzzellimpfstoffe bei den Kindern verwenden, sollten unseren Ergebnissen zufolge dabei bleiben“, folgert die Expertin für internationale Gesundheit, Beate Kampmann. „Entscheidend aber bleibt die Impfung von Schwangeren mit dem azellularem Impfstoff, unabhängig davon welcher Impfstofftyp danach den Kindern gegeben wird. Beide Arten können Keuchhusten bei Neugeborenen in mehr als 90% aller Fälle verhindern."
Bedeutung für die öffentliche Gesundheit
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2020 die Keuchhustenimpfung für Schwangere zu Beginn des letzten Drittels der Schwangerschaft. Dennoch liegt die Impfquote mit etwa 50% deutlich unter dem empfohlenen Zielwert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Impfung in der Schwangerschaft Säuglinge in ihrer anfälligsten Lebensphase doppelt schützt. Angesichts steigender Fallzahlen ein starkes Argument, das Impfangebot zu nutzen“, betont Beate Kampmann.
In vielen Teilen der Welt bleibt Keuchhusten auch heute noch eine tödliche Krankheit. Jedes Jahr sterben zwischen 200.000 und 300.000 Menschen daran, vor allem Kleinkinder in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen gute Impfstoffe nicht immer verfügbar sind. Das Forschungsteam plant daher weitere Studien, die dazu beitragen sollen, vorhandene Keuchhustenimpfstoffe zu verbessern und die Wirksamkeit neuer Vakzine zu prüfen.
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Manuela Zingl, GB Unternehmenskommunikation, Charité – Universitätsmedizin Berlin
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Quellen: idw-online.de, Charité – Universitätsmedizin Berlin, The Lancet Microbe
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Jedes siebte Kind und jeder siebte Jugendliche in Europa leidet an psychischen Problemen
Der Bericht fasst erstmals umfassende Daten zum Stand der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der gesamten Region zusammen. Er zeigt einen erheblichen und wachsenden Bedarf an psychischer Gesundheitsversorgung bei jungen Menschen sowie kritische Lücken in der Qualität und Zugänglichkeit der Versorgung auf.
Zunehmende Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit
Dem Bericht zufolge leidet jedes siebte Kind und jeder siebte Jugendliche (über 30 Mio.) in der Region an einer psychischen Erkrankung. Mädchen und Frauen sind überproportional betroffen: Jedes vierte Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren leidet an einer psychischen Erkrankung. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter; mehr als jeder fünfte (22%) der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren leidet an einer psychischen Erkrankung. Suizid ist weiterhin die häufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren.
Die Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 19 Jahren hat in den letzten 15 Jahren um ein Drittel zugenommen. Die Versorgungsangebote konnten mit diesem steigenden Bedarf jedoch nicht Schritt halten.
Angststörungen gehören demnach die häufigste psychische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 19 Jahren (über fünfzehn Millionen sind betroffen), gefolgt von depressiven Störungen (über 4,4 Millionen) (29) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (3,7 Millionen).Regionale Unterschiede
In jedem vierten Land fehlen gemeindenahe Angebote zur psychischen Gesundheitsversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene; in jedem fünften Land gibt es keine spezifische Strategie zur Deckung des Bedarfs an psychischer Gesundheitsversorgung; die Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung variiert stark zwischen den Ländern; und es kommt nur ein Psychiater auf 76.000 Kinder und Jugendliche.
Verbesserung der Versorgungsqualität dringend erforderlich
Der Bericht fordert koordinierte Maßnahmen, um diese Lücken zu schließen und sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen, personenzentrierten psychischen Gesundheitsversorgung erhalten.
„Dieser Bericht ist ein Weckruf für die Region. Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf psychische Gesundheitsversorgung und hochwertige Betreuung. Durch sofortiges Handeln können Länder widerstandsfähige Systeme aufbauen, die den nächsten Generationen ein gutes Leben ermöglichen“, so Dr. João Breda, Leiter des WHO-Büros für Qualität der Versorgung und Patientensicherheit sowie Sonderbeauftragter und Leiter des WHO-Länderbüros in Griechenland.
Dr. Ledia Lazëri, Regionalberaterin für psychische Gesundheit bei der WHO/Europa, betont: „Dies ist das erste Mal, dass die WHO/Europa umfassende Daten zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zusammengetragen hat. Forschende, politische Entscheidungsträger und Kliniker können diese Daten nutzen, um fundierte Entscheidungen für die Weiterentwicklung von Versorgungsangeboten […] zu treffen.“Quelle: WHO Regional Office for Europe (Pressemeldung, kompletter Bericht)