Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Jedes siebte Kind und jeder siebte Jugendliche in Europa leidet an psychischen Problemen

    Der Bericht fasst erstmals umfassende Daten zum Stand der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der gesamten Region zusammen. Er zeigt einen erheblichen und wachsenden Bedarf an psychischer Gesundheitsversorgung bei jungen Menschen sowie kritische Lücken in der Qualität und Zugänglichkeit der Versorgung auf.

    Zunehmende Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit

    Dem Bericht zufolge leidet jedes siebte Kind und jeder siebte Jugendliche (über 30 Mio.) in der Region an einer psychischen Erkrankung. Mädchen und Frauen sind überproportional betroffen: Jedes vierte Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren leidet an einer psychischen Erkrankung. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter; mehr als jeder fünfte (22%) der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren leidet an einer psychischen Erkrankung. Suizid ist weiterhin die häufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren.

    Die Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 19 Jahren hat in den letzten 15 Jahren um ein Drittel zugenommen. Die Versorgungsangebote konnten mit diesem steigenden Bedarf jedoch nicht Schritt halten.
    Angststörungen gehören demnach die häufigste psychische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 19 Jahren (über fünfzehn Millionen sind betroffen), gefolgt von depressiven Störungen (über 4,4 Millionen) (29) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (3,7 Millionen).

    Regionale Unterschiede

    In jedem vierten Land fehlen gemeindenahe Angebote zur psychischen Gesundheitsversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene; in jedem fünften Land gibt es keine spezifische Strategie zur Deckung des Bedarfs an psychischer Gesundheitsversorgung; die Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung variiert stark zwischen den Ländern; und es kommt nur ein Psychiater auf 76.000 Kinder und Jugendliche.

    Verbesserung der Versorgungsqualität dringend erforderlich

    Der Bericht fordert koordinierte Maßnahmen, um diese Lücken zu schließen und sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen, personenzentrierten psychischen Gesundheitsversorgung erhalten.
    „Dieser Bericht ist ein Weckruf für die Region. Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf psychische Gesundheitsversorgung und hochwertige Betreuung. Durch sofortiges Handeln können Länder widerstandsfähige Systeme aufbauen, die den nächsten Generationen ein gutes Leben ermöglichen“, so Dr. João Breda, Leiter des WHO-Büros für Qualität der Versorgung und Patientensicherheit sowie Sonderbeauftragter und Leiter des WHO-Länderbüros in Griechenland.
    Dr. Ledia Lazëri, Regionalberaterin für psychische Gesundheit bei der WHO/Europa, betont: „Dies ist das erste Mal, dass die WHO/Europa umfassende Daten zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zusammengetragen hat. Forschende, politische Entscheidungsträger und Kliniker können diese Daten nutzen, um fundierte Entscheidungen für die Weiterentwicklung von Versorgungsangeboten […] zu treffen.“

    Quelle: WHO Regional Office for Europe (Pressemeldung, kompletter Bericht)

     

     

  • Teure Lebensmittel machen Kinder dick

    Das hat ein Forschungsteam der Universität Bonn jetzt am Beispiel der „Asienkrise“ in den 1990-er Jahren gezeigt. Damals kam es durch Turbulenzen am Finanzmarkt zu einer drastischen Verteuerung von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel Indonesiens, die messbare Spuren in der Entwicklung von Kindern hinterlassen hat. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Global Food Security“ veröffentlicht.

    Für ihre Studie werteten die Bonner Forschenden vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Indonesian Family Life Survey (IFLS) aus, der Haushalte über viele Jahre begleitet. Sie nutzten regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 und verknüpften diese mit Körpermaßen derselben Kinder in der Kindheit und später als junge Erwachsene. „Wir sehen, dass ein massiver Preisschock nicht nur kurzfristig belastet, sondern sich auch in der langfristigen körperlichen Entwicklung von Kindern niederschlagen kann“, sagte Elza S. Elmira, die Erstautorin der Studie. „Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher. Stark betroffene Kinder werden später also nicht nur kleiner sein als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie sind auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.“

    ieser Zusammenhang erstaunte die Forschenden. Elmira sieht ein mögliches Erklärungsmuster: „Familien sparen in Krisen weniger bei Kalorien als bei teureren, nährstoffreichen Lebensmitteln. Es entsteht dann ein ‚versteckter Mangel‘ an wichtigen Mikronährstoffen, der das Längenwachstum bremst, ohne dass das Körpergewicht im selben Maße sinken muss.“ Die Studie verfolgt die betroffenen Kinder bis 2014, als sie 17 bis 23 Jahre alt waren. Für die Gruppe, die während der Krise drei bis fünf Jahre alt war, zeigen sich signifikante Zusammenhänge mit dem Body Mass Index (BMI) und Adipositas.

    Kinder in sensiblen Entwicklungsphasen schützen

    „Mangelerfahrungen im Kleinkindalter können ein Leben lang nachwirken – Wachstumsstörungen sind leichter zu messen gehen aber oft auch mit geistigen Entwicklungsstörungen einher, und mit einem erhöhten Risiko von starkem Übergewicht (Adipositas) und chronischen Folgekrankheiten“, so Prof. Dr. Matin Qaim, Ko-Autor der Studie. „In derselben Krise können Unterernährung und Übergewicht zunehmen. Das unterstreicht, wie wichtig ernährungssensitive Krisenpolitik ist: Sie muss Kinder in sensiblen Entwicklungsphasen gezielt schützen. Wenn Ernährungspolitik nur Kalorien absichert, kann sie am eigentlichen Problem vorbeigehen.“ Der Agrarökonom ist Mitglied des Transdisziplinären Forschungsbereichs „Sustainable Futures“ und des Exzellenzclusters „PhenoRob – Robotics and Phenotyping for Sustainable Crop Production“ der Universität Bonn.

    Stärkerer Effekt in Städten und bei niedriger Bildung

    Besonders deutlich fallen die Effekte in städtischen Regionen aus. Dort sind Haushalte stärker auf Zukauf angewiesen, während Familien auf dem Land teilweise selbst Reis produzieren. Auch der Bildungshintergrund spielt eine Rolle: Kinder von Müttern mit niedriger Bildung sind signifikant stärker betroffen als Kinder besser gebildeter Mütter. „Die Ergebnisse zeigen, dass Krisenhilfe nicht allein an Armutsgrenzen ansetzen sollte“, betonten Elmira und Qaim. „Gerade in Städten und dort, wo Wissen über ausgewogene Ernährung fehlt, kann ein Preisschock die Ernährungsqualität so verschlechtern, dass die Folgen dauerhaft spürbar bleiben.“

    Warum das heute relevant ist

    Die Bonner Forschenden verweisen darauf, dass Ernte-, Einkommens- und Preisschocks weltweit zunehmen – durch Konflikte, Pandemien und extreme Wetterereignisse. Die Analyse aus Indonesien liefert damit einen empirischen Hinweis, wie sich wirtschaftliche Turbulenzen über Lebensmittelpreise in langfristige Gesundheitsrisiken übersetzen können. Die Langzeitergebnisse werden in der vorliegenden Studie als statistische Zusammenhänge interpretiert; über lange Zeiträume lassen sich nicht alle Einflüsse vollständig ausschließen. 

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    Prof. Dr. Andreas Archut / Dezernat 8 – Hochschulkommunikation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 
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    Quellen: idw-online.de, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Global Food Security



     

  • Vergrößerte Gaumen- und Rachenmandel können Schlaf beeinträchtigen

    Bei Kindern können vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln (Tonsillen / Adenoide) den Schlaf stören, weil sie die Atemwege verengen oder blockieren. Die Folgen können u.a. Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme sein. Basir S. Mansoor vom UT Southwestern Medical Center in Dallas und seine Kolleg*innen untersuchten die Auswirkungen der Adenotonsillektomie auf die Schlafqualität und Atemstörungen während des Schlafens bei 233 Kindern (Durchschnittsalter 6,85 Jahre) mit schwerer und sehr schwerer obstruktiver Schlafapnoe (78% schwer), d.h. wiederholte Atemaussetzer oder starke Atemfluss-Störungen während des Schlafs.

    Die Forscher*innen stellten fest, dass die Adenotonsillektomie eine deutliche Verringerung der Probleme bewirkte. Der mittleren Apnoe-Hypopnoe-Index sank von 23,51 auf 6,25. Der Index beschreibt, wie oft pro Stunde Schlaf die Atmung gestört ist. 23% der Proband*innen litten weiterhin unter schwerer obstruktiver Schlafapnoe.

    Im Vergleich zu Patient*innen ohne diese Erkrankung wiesen sie eine signifikant kürzere Gesamtschlafzeit (350,54 vs. 413,73 Minuten), weniger Tiefschlaf (89,54 vs. 109,63 Minuten), weniger „Traumschlaf“ (Rapid Eye Movement - REM-Schlaf) (69,56 vs. 91,43 Minuten) und mehr Schlafunterbrechungen auf. 

    „Obwohl die Adenotonsillektomie bei den meisten Patient*innen wirksam ist, litten 23% unserer Teilnehmer*innen postoperativ weiterhin unter schwerer obstruktiver Schlafapnoe“, schreiben die Autor*innen. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass bestimmte Patient*innen eine intensivere postoperative Überwachung oder zusätzliche Interventionen über die Adenotonsillektomie hinaus benötigen.“

    Quellen: HealthDay, Laryngoscope