Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Schwedische Studie: Verzicht auf Vitamin-K-Gabe bei Neugeborenen verdoppelt Blutungsrisiko

    Säuglinge benötigen Vitamin K, um insbesondere vor Hirnblutungen geschützt zu sein, die zu bleibenden geistigen Schäden oder sogar zum Tod führen können. Vitamin K spielt eine zentrale Rolle im Blutgerinnungssystem. Babys können das Vitamin nur in geringen Mengen speichern und Muttermilch enthält wenig davon. In Schweden erhalten Neugeborene das Vitamin gespritzt, während es in Deutschland oral in Form von Tropfen verabreicht wird.

    In vielen Ländern nimmt die Zahl der Eltern mit ablehnender Haltung zu

    Die Rate des Verzichts auf intramuskuläres Vitamin K hat sich in Schweden zwischen 2006 und 2021 mehr als verdoppelt; dies spiegelt Trends wider, die auch aus den USA, Großbritannien, Kanada und Australien gemeldet wurden.

    Eine landesweite schwedische Kohortenstudie, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckte, ergab, dass Säuglinge, die bei der Geburt kein intramuskuläres Vitamin K erhielten, im Vergleich zu Säuglingen mit der prophylaktischen Standardinjektion ein signifikant höheres Blutungsrisiko in den ersten sechs Lebensmonaten aufwiesen – darunter ein fast dreifach erhöhtes Risiko für intrakranielle Blutungen. Die am 13. Juli 2026 online in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichten Ergebnisse ergänzen die wachsende internationale Datenlage, die eine zunehmende Ablehnung der Vitamin-K-Gabe bei Neugeborenen durch die Eltern sowie die daraus resultierenden klinischen Folgen dokumentiert.

    Die Studienautoren unter der Leitung von Dr. med. Eleni Simatou vom Karolinska Institutet in Stockholm kamen zu dem Schluss, dass weitere Aufklärungsarbeit bei Eltern und medizinischem Fachpersonal erforderlich ist, angesichts der anhaltenden und zunehmenden Versorgungslücke bei Säuglingen mit Vitamin K.

    Über 24.000 Säuglinge ohne Vitamin-K-Prophylaxe

    Die Forscher analysierten Daten von 2.020.302 Lebendgeburten in Schweden im Zeitraum von 2003 bis 2021. Dabei nutzten sie das schwedische medizinische Geburtenregister, das mit nationalen Registern zu Patienten, zur Qualität der Neugeborenenversorgung und zu Todesursachen verknüpft war. Bei 24.089 Säuglingen (1,19 %) war keine intramuskuläre Vitamin-K-Prophylaxe dokumentiert.

    Trendumkehr nach jahrzehntelang niedriger Inzidenz

    Der Anteil der Säuglinge in Schweden, die keine intramuskuläre Vitamin-K-Gabe erhielten, sank von 1,32% im Jahr 2003 auf einen Tiefstwert von 0,66% im Jahr 2006 und stieg anschließend stetig auf 1,50% im Jahr 2021 an – mehr als das Doppelte des Tiefststands von 2006. Dieses Muster spiegelt frühere Berichte über steigende Ablehnungsraten in Australien, Neuseeland, Großbritannien, Kanada und den USA wider, wo jüngste Schätzungen auf Basis von Krankenhausdaten Werte von bis zu 5,18% erreichten. Orales Vitamin K, das als Alternative bei Ablehnung der Injektion angeboten wird, kam bei weniger als 10% der Säuglinge ohne intramuskuläre Gabe zum Einsatz.

    Bedeutung der Prophylaxe

    Neugeborene sind physiologisch anfällig für einen Vitamin-K-Mangel, bedingt durch den begrenzten plazentaren Transfer, niedrige Konzentrationen in der Muttermilch und ein unreifes Darmmikrobiom, das das Vitamin noch nicht synthetisieren kann; diese Faktoren waren ausschlaggebend für die Einführung der allgemeinen Prophylaxe ab den 1960er Jahren. Die schwedische Erfahrung verdeutlicht die Tragweite: Zeitgleich mit der Umstellung von intramuskulärer auf rein orale Gabe im Jahr 1986 beobachteten Expert*innen einen Wiederanstieg von Blutungen bei Säuglingen. Dies hatte 1989 die Wiedereinführung der intramuskulären Verabreichung als Standardmaßnahme zur Folge.

    Wenn Vitamin K oral in Form von Tropfen verabreicht wird, müssen Kinder diese mehrmals erhalten. Wird eine Gabe verpasst, ist die Schutzwirkung nicht mehr so gut. In Deutschland ist die Verabreichung des Vitamins an die Vorsorgeuntersuchungen (U1, U2 und U3) gekoppelt, was die Therapietreue erleichtert.

    Einschränkungen 

    Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein kausaler Zusammenhang beweisen. Die Autor*innen weisen zudem darauf hin, dass die Auswertung alle Blutungsdiagnosen umfasste und nicht ausschließlich Vitamin-K-Mangel-Blutungen. Dadurch lässt sich bei einzelnen Blutungsereignissen keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung zum Vitamin-K-Mangel nachweisen.

    Quellen: Contemporary Pediatrics, JAMA Pediatrics

  • Warme Nächte und kranke Frühgeborene?

    Die Studie wurde von Dr. Leonard Knegendorf, Clinician Scientist am TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, geleitet und konzipiert. Studie aus Hannover untersucht die Ausbreitung von Klebsiella auf der Neugeborenen-Intensivstation. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Antimicrobial Resistance & Infection Control" veröffentlicht.

    Das Bakterium Klebsiella pneumoniae gehört zur normalen mikrobiellen Flora, mit der Babys ab der Geburt besiedelt sind. Unter bestimmten Umständen kann es jedoch auch Krankheiten verursachen. Insbesondere bei Frühgeborenen besteht ein hohes Risiko für schwere Darmentzündungen und Blutstrominfektionen. Deshalb werden die kleinen Patient*innen auf der Neugeborenen-Intensivstation regelmäßig auf die Bakterien getestet.

    „Wenn in diesen Abstrichen Klebsiellen nachgewiesen wurden, haben wir sie sequenziert und in genetische Cluster eingeteilt”, sagt Dr. Leonard Knegendorf. „Damit können wir erkennen, ob es auf der Station zu gefürchteten Ausbrüchen kommt.“ Knegendorf ist Facharzt für Mikrobiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und leitet seit Mai 2024 parallel die klinische Nachwuchsforschungsgruppe „Datengesteuerte klinische Mikrobiologie” am TWINCORE.

    Über einen Zeitraum von 30 Monaten hat das Team alle 936 Patient*innen der Neugeborenen-Intensivstation wöchentlich auf Klebsiella pneumoniae getestet, und zwar unabhängig davon, ob ein Ausbruch vermutet wurde oder nicht. Etwa 8,7 Prozent der Kinder trugen die Bakterien in sich, bei mehr als zwei Drittel davon wurden diese erst im Laufe der Behandlung nachgewiesen. Als besonders gefährdet erwiesen sich sogenannte „Very Low Birth Weight“-Kinder, also Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1 500 Gramm. Sie hatten ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko, Klebsiellen auf der Station zu erwerben. Tatsächlich erkrankten jedoch nur drei der betroffenen Kinder, die alle zusätzliche schwere Risikofaktoren wie ein geschwächtes Immunsystem aufwiesen oder kurz zuvor operiert worden waren.

    Einfluss des Klimas

    Besonders überraschend war ein Befund, den die Forschenden erst durch den Einsatz von maschinellem Lernen aufdeckten. Die Häufigkeit, mit der Klebsiellen-Cluster auf der Station auftraten, schwankte im Jahresverlauf, und dieser Rhythmus ließ sich durch Wetterdaten erklären. „Wir haben festgestellt, dass Wochen mit besonders warmen Nächten in den vier Wochen zuvor mit einer höheren Cluster-Häufigkeit einhergingen”, sagt Knegendorf. Auch die Luftfeuchtigkeit spielte eine Rolle. Ein statistisches Modell, das auf diesen Klimadaten sowie Informationen zur Patientenstruktur basierte, konnte bis zu 80 Prozent der Schwankungen in der Cluster-Häufigkeit erklären. „Wir vermuten, dass die äußeren Temperaturen die Keimbelastung in der Stationsumgebung beeinflussen, beispielsweise über Oberflächen, Abflüsse oder andere feuchte Stellen“, so Knegendorf. „Das sind allerdings noch Hypothesen, die wir in weiteren Studien überprüfen müssen.“

    Die Ergebnisse zeigen, dass Klebsiellen auf Intensivstationen auch abseits von klassischen Ausbrüchen kontinuierlich übertragen werden und Klimabedingungen dabei eine bisher unterschätzte Rolle spielen könnten. In wärmeren Perioden könnten gezieltere Maßnahmen wie eine verstärkte Desinfektion, ein engmaschigeres Screening oder Personalschulungen dazu beitragen, besonders gefährdete Kinder besser zu schützen.

    Als nächsten Schritt plant das Team, die genomische Analyse zu beschleunigen. Bisher dauerte es im Schnitt gut drei Wochen, bis die Ergebnisse der Sequenzierung vorlagen. Mithilfe der Oxford-Nanopore-Technologie soll sich diese Zeit deutlich verkürzen, sodass Übertragungsketten künftig noch schneller erkannt und unterbrochen werden können.

    Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der MHH sowie des Instituts für Molekulare Bakteriologie am TWINCORE, einem gemeinsamen Zentrum des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Medizinischen Hochschule Hannover. Gefördert wurde die Arbeit unter anderem durch den Exzellenzcluster RESIST.

    Dr. Jan Grabowski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, TWINCORE - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung
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    Quellen: idw-online.de, TWINCORE - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, Antimicrobial Resistance & Infection Control

  • Jugendliche: Cannabiskonsum verdoppelt möglicherweise Risiko für schwere psychische Erkrankungen

    Laut einer neuen, umfangreichen Studie, die im „JAMA Health Forum“ veröffentlicht wurde, entwickeln Jugendliche, die Cannabis konsumieren, mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum frühen Erwachsenenalter schwere psychiatrische Erkrankungen.

    Cannabiskonsum ging der Diagnose oft Jahre voraus

    Die amerikanischen Forschenden stellten fest, dass der Cannabiskonsum diesen Diagnosen oft um fast zwei Jahre vorausging, was die Bedenken hinsichtlich der Langzeitfolgen für das sich entwickelnde Gehirn verstärkt.

    Die Wissenschaftler*innen begleiteten 463.396 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren bis zu deren 26. Lebensjahr. Sie stellten fest, dass Jugendliche, die angaben, im vorangegangenen Jahr Cannabis konsumiert zu haben, ein signifikant höheres Risiko für die spätere Entwicklung psychotischer Störungen, bipolarer Störungen, Depressionen und Angstzustände aufwiesen. Bei Jugendlichen, die Cannabis konsumierten, verdoppelte sich das Risiko für psychotische und bipolare Störungen in etwa.

    Die Studie wurde von Forschern von Kaiser Permanente, dem Programm „Getting it Right from the Start“ des Public Health Institute sowie der University of California, San Francisco, und der University of Southern California durchgeführt.

    Die Untersuchung stützte sich auf Daten aus elektronischen Patientenakten, die bei routinemäßigen kinder- und jugendärztlichen Untersuchungen im Zeitraum von 2016 bis 2023 erhoben wurden. Im Durchschnitt wurde der Cannabiskonsum 1,7 bis 2,3 Jahre vor der Diagnose einer psychiatrischen Erkrankung gemeldet.

    Da die Studie die Teilnehmer über einen längeren Zeitraum begleitete, stützen die Annahme eines möglichen Zusammenhangs von Cannabiskonsum im Jugendalter und der späteren Entwicklung psychischer Erkrankungen.

    Risiken auch jenseits von starkem Cannabiskonsum

    Viele frühere Studien konzentrierten sich vorwiegend auf starken Cannabiskonsum oder eine Cannabiskonsumstörung. Diese Studie verfolgte einen breiteren Ansatz und untersuchte jeglichen selbst berichteten Cannabiskonsum im vergangenen Jahr. Die Daten stammten aus einem allgemeinen Screening im Rahmen der routinemäßigen kinderärztlichen Versorgung.

    „Selbst unter Berücksichtigung vorbestehender psychischer Erkrankungen und des Konsums anderer Substanzen hatten Jugendliche, die Cannabiskonsum angaben, ein deutlich höheres Risiko, psychiatrische Störungen zu entwickeln – insbesondere psychotische und bipolare Störungen“, erklärte Dr. Kelly Young-Wolff, Hauptautorin der Studie und leitende Wissenschaftlerin an der Forschungsabteilung von Kaiser Permanente. „Diese Studie ergänzt die wachsende Zahl von Belegen dafür, dass Cannabiskonsum im Jugendalter potenziell schädliche, langfristige gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Es ist unerlässlich, dass Eltern und ihre Kinder über genaue und vertrauenswürdige Informationen zu den Risiken des Cannabiskonsums bei Jugendlichen verfügen.“

    Cannabis gehört zu den am häufigsten konsumierten Suchtmitteln

    Nach Alkohol und Nikotin ist Cannabis das am häufigsten konsumierte Suchtmittel. Laut dem Datenportal Sucht und Drogen des Bundesdrogenbeauftragten konsumierten 6,1% der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland in den letzten 12 Monaten Cannabis.

    Erwerb, Besitz und Anbau von Cannabis bleiben in Deutschland für Minderjährige nach wie vor verboten.

    Quellen: ScienceDaily, Public Health Institute, JAMA Health Forum, DHS, Datenportal Sucht und Drogen