Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Wenn ein jüngeres Geschwisterkind eine Behinderung hat, belastet dies die älteren Kinder

    Zweitgeborene Kinder, deren jüngeres Geschwisterkind eine Behinderung hat, suchen im Alter zwischen 9 und 20 Jahren mit einer um 13% höheren Wahrscheinlichkeit selbst psychologische Unterstützung.

    „Da Behinderungen in Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status häufiger vorkommen, könnte eine Behinderung ein unterschätzter Faktor sein, der sozioökonomische Benachteiligungen über Generationen hinweg verstärkt“, sagt Ko-Autorin Janet Currie, Research Fellow bei RFBerlin und Professorin an der Yale University.

    Die Forscher stellten jedoch im Laufe der Zeit auch Verbesserungen bei der Unterstützung für Familien fest. Nachdem die dänische Regierung 1998 ihre Sozialleistungen für Eltern schwer kranker Kinder ausgeweitet hatte, sank die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe bei Zweitgeborenen von 21% auf 9%.

    Zweitgeborene waren stärker betroffen als Erstgeborene, da sie zum Zeitpunkt der Geburt des behinderten Kindes jünger waren. Die Zahl der Besuche dieser zweitgeborenen Kinder bei Psychiatern stieg um 23%, während die Verschreibungen von Psychopharmaka um 18% zunahmen. Diese Geschwister suchten zudem 11% häufiger psychologische Beratung auf. Die Auswirkungen zeigten sich, als die Geschwister etwa 9 Jahre alt waren, und verstärkten sich dann im Laufe ihrer Teenagerjahre. Besonders ausgeprägt waren die Auswirkungen in Familien, in denen die Mütter nur über eine Grundschulbildung verfügten. In diesen Familien sank die Erwerbsquote der Mütter um 13%. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Eltern zusammenblieben, war um 6% geringer.

    Die Studie untersuchte über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als 60.000 dänische Familien mit drei oder mehr Kindern. Etwa jede vierzehnte dänische Familie hat ein Kind mit einer körperlichen Behinderung wie einem Herzfehler, Epilepsie oder einer Zerebralparese. Gleichzeitig wachsen die Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit junger Menschen; die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 14% der 10- bis 19-Jährigen an einer psychischen Störung leiden.

    Janet Currie sprach am 20. Oktober beim jährlichen öffentlichen Vortrag von RFBerlin an der Humboldt-Universität über das Thema „Investitionen in die psychische Gesundheit von Kindern: Auswirkungen auf die Entwicklung des Humankapitals“.

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    Harald Schultz – Kommunikation, Rockwool Foundation Berlin
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    Quellen: idw-online.de, RFBerlin Research Insight

  • Europa könnte durch den Klimawandel zu Hotspot für das Chikungunya-Virus werden

    Chikungunya (ein Begriff aus der Sprache Kimakonde, der „sich krümmen“ bedeutet und auf die charakteristischen Gelenkschmerzen anspielt) ist eine Tropenkrankheit. Die Krankheit wird durch ein Virus verursacht, das von Aedes-Mücken übertragen wird. Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Muskel- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Hautausschläge.

    Vorwiegend Länder in den Tropen und Subtropen bieten derzeit geeignete Lebensbedingungen für Aedes-Mücken, die das Chikungunya-Virus übertragen.

    Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control -ECDC) schätzt, dass es im Jahr 2026 weltweit bislang etwa 33.000 symptomatische Chikungunya-Fälle gab, darunter neun Todesfälle – vorwiegend in Südamerika. Derzeit ist das Virus weder in Europa noch in Nordamerika endemisch; dort beschränken sich die Fälle meist auf Reisende, die aus tropischen oder subtropischen Regionen zurückkehren.

    Doch im Jahr 2026 und mit Stand vom 7. Oktober 2026 haben zwei europäische Länder nun lokal erworbene Fälle1 einer Chikungunya-Virus-Infektion gemeldet: Frankreich (146 Fälle) und Italien (1 Fall).

    Bis zum Jahr 2100 dürfte sich das noch deutlicher ändern, wie ein chinesisches Forschungsteam in einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „Frontiers in Cellular and Infection Microbiology“ darlegt.

    „Derzeit gelten 139 Länder oder Regionen – was 21,3% der weltweiten Landfläche entspricht – als Risikogebiete für das Chikungunya-Virus. Unsere Untersuchungen auf der Grundlage von Klimawandelmodellen zeigen jedoch, dass sich das Virus weiter nach Norden in gemäßigte Regionen ausbreiten wird, insbesondere in den Nordosten Nordamerikas, nach Mitteleuropa und nach Ostasien“, erklärte Dr. Ye Xu, Forscher an der Zhejiang Chinese Medical University in Hangzhou (China) und einer der korrespondierenden Autoren der Studie.

    Eine Mückenplage durch Klimawandel und Mutation

    Bis vor Kurzem wurde Chikungunya hauptsächlich von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen – einer Art, die in menschlichen Siedlungen in den Tropen gedeiht. Als Wissenschaftler*innen jedoch die viel beachtete Epidemie der Jahre 2005–2006 untersuchten, die sich über Réunion, Mauritius, die Komoren und Teile Indiens erstreckte – und bei der rund 266.000 Menschen erkrankten sowie mindestens 254 Todesfälle zu beklagen waren –, entdeckten sie eine neue Mutation („E1-A226V“) in der DNA des Virus. Diese Mutation verbesserte die Anpassung des Virus an einen alternativen Überträger: die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

    Xu und seine Kolleg*innen modellierten nun mit diesem aktuellen Wissen die notwendigen Überlebensbedingungen für das Chikungunya-Virus sowie der beiden Mückenarten, die als Überträger fungieren. Als Datengrundlage dienten Zehntausende geografisch verorteter Nachweise ihres weltweiten Vorkommens. Auf der Basis von 16 durch den Weltklimarat (IPCC) entwickelten Klimaszenarien prognostizierten sie, wie sich die derzeitigen Verbreitungsgebiete bis zum Jahr 2100 verändern könnten.

    Diese Szenarien – mit Bezeichnungen wie „Green Shift“ (grüner Wandel), „Regional Rivalry“ (regionale Rivalität) und „Fossil-fueled Development“ (fossil geprägte Entwicklung) – skizzieren fünf alternative Pfade für die globale sozioökonomische Entwicklung. Zudem bezogen die Autoren 16 Variablen in ihre Klimamodelle ein, darunter Windgeschwindigkeit, Höhenlage, Niederschlag sowie Minimal- und Maximaltemperaturen.

    Ziel der Wissenschaftler war es, aufkommende Hochrisikogebiete für Chikungunya zu identifizieren, um den Gesundheitsbehörden ausreichend Zeit für die Vorbereitung auf künftige Ausbrüche zu geben.

    Vor allem Asiatische Tigermücke auf dem Vormarsch

    „Unsere Ergebnisse zeigten, dass sich der Klimawandel vor allem dadurch auf Chikungunya auswirkt, dass er die Lebensräume der übertragenden Mücken verändert. In unserer Studie spielte die Asiatische Tigermücke eine besonders wichtige Rolle; sie erklärte mehr als 70% der prognostizierten Virusverbreitung“, fasste Dr. Yang Wu vom Guangzhou Customs Technology Center zusammen, der ebenfalls als korrespondierender Autor fungierte.

    „Da diese Mücke kühlere Bedingungen besser verträgt als die Gelbfiebermücke, könnte sie sich durch die Erwärmung auch in Gebieten ansiedeln, die zuvor zu kalt waren. Sobald sich geeignete Mückenpopulationen etablieren, steigt die Wahrscheinlichkeit einer lokalen Chikungunya-Übertragung“, erklärte Dr. Wu.

    Zeit für Vorbereitungen in zukünftigen „Hotspots“

    Das genaue Ausmaß der Ausbreitung der Krankheit hing zwar vom jeweiligen Klimaszenario ab, doch Nord- und Mitteleuropa, der Nordosten Nordamerikas sowie Ostasien erwiesen sich durchweg als künftige Hotspots. Die Autor*innen raten daher dazu, dass diese Regionen bis 2040 Überwachungssysteme für Mücken sowie geeignete Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit etablieren.

    „Die Bevölkerung muss nicht in Panik geraten, aber die Gesundheitssysteme sollten sich frühzeitig vorbereiten“, warnte Dr. Xu.

    „Verantwortliche im Gesundheitswesen können beispielsweise schon jetzt handeln, indem sie Aedes-Mücken überwachen, Ärzt*innen darin schulen, Chikungunya rasch zu erkennen, die Mückenbekämpfung verstärken und Pläne für eine schnelle Reaktion aufstellen, noch bevor es zu Ausbrüchen kommt. […]“

    Eine Begrenzung der weiteren globalen Erwärmung sowie Investitionen in grundlegende Vorsorgemaßnahmen könnten die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Ausbreitung und großflächige Ausbrüche verringern, so die Hoffnung.

    Quellen: frontiers science news, Frontiers in Cellular and Infection Microbiology, WHO, ECDC

  • Essprobleme bei Autismus: Constructor University entwickelt hocheffektive Therapie

    Wählerisches Essverhalten – das sogenannte „Picky Eating“ – ist eine Herausforderung, die den meisten Eltern vertraut ist. Für Familien mit autistischen Kindern kann extremes selektives Essen den Alltag jedoch enorm belasten und bei Kindern bereits in jungen Jahren zu schweren Nährstoffmängeln führen. Das von Bajaa entwickelte „Schmetterling Nutritional Behavior Intervention (NBI)“-Programm hilft Familien im Umgang mit diesen Problemen und erzielte bereits im Laufe von nur 10 Wochen drastische Verbesserungen bei der Vielfalt des Speiseplans und der Nährstoffaufnahme.

    Die Etablierung dauerhafter und gesunder Ernährungsgewohnheiten ist für viele Familien mit autistischen Kindern eine erhebliche Hürde. Die Verweigerung von Nahrung und ein stark eingeschränkter Speiseplan führen in entscheidenden Entwicklungsphasen des Kindes oft zu Mangelerscheinungen und sorgen für einen dauerhaft hohen Stresspegel sowie Konflikte im Zuhause. Die neue Studie von Bajaa bietet Eltern und Pflegekräften, die mit extrem selektivem Essverhalten kämpfen, einen vielversprechenden Hoffnungsschimmer. Die Untersuchung unterstreicht die Wirksamkeit des NBI-Programms – einer kreativen und flexiblen Therapiemethode, die in drei Familien mit autistischen Kindern und schwerwiegenden Essstörungen getestet wurde. Die für die Studie ausgewählten Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren ernährten sich zu Beginn fast ausschließlich von verarbeiteten Lebensmitteln wie Chips und Süßigkeiten, während sie Obst und Gemüse systematisch verweigerten.

    Das 10-wöchige Programm umfasste 28 Sitzungen und basiert auf einem Co-Therapeuten-Modell. Durch die gezielte Schulung der Eltern parallel zu den professionellen Therapeut*innen wurde sichergestellt, dass Verhaltenstechniken wie positive Bestärkung und die schrittweise Heranführung an neue Lebensmittel nahtlos vom therapeutischen Umfeld in den Alltag zu Hause übertragen werden konnten. Zudem integrierte das Programm innovative sensorische und körperliche Strategien. Dazu gehörten Bewegungseinheiten vor den Mahlzeiten sowie Motivationsvideos mit essenden Tierbabys, um die Abneigung der Kinder gegen neue Texturen und Geschmacksrichtungen zu senken.

    „Indem wir Eltern dazu befähigen, als Co-Therapeuten zu agieren, schaffen wir einen zugänglicheren und nachhaltigeren Weg für Familien“, erklärt Bajaa. „Diese Forschung beweist, dass wir die Lebensqualität von Kindern mit Autismus durch den richtigen neurophysiologischen und verhaltenstherapeutischen Rahmen erheblich verbessern können.“

    Die Studie dokumentierte signifikante quantitative Verbesserungen des Essverhaltens:

    • Signifikanter Anstieg der Lebensmittelakzeptanz: Die Bereitschaft der Kinder, neue Lebensmittel zu probieren, stieg von anfangs 8–15 % auf erstaunliche 76–91 %.
    • Weniger Konflikte bei den Mahlzeiten: Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Essen verringerten sich um 41–67 %.
    • Nachhaltige Entwicklung: Alle drei Teilnehmenden zeigten eine gesunde Gewichtszunahme und hielten ihre Fortschritte auch nach Abschluss des Programms.
    • Geringere Symptomintensität: Bemerkenswerterweise verbesserten sich im Laufe der Intervention auch die Gesamtwerte für die Schwere der Autismus-Symptome.

    Ein weiterer zentraler Bestandteil der Forschung, die von Prof. Ahmed A. Karim, Prof. Dr. Thomas Lang, Prof. Dr. Ben Godde, Prof. Dr. Martin Hautzinger und Dr. Basel Allozy unterstützt wurde, umfasste neurophysiologische Untersuchungen. Durch die Analyse hirngesteuerter Reaktionen während der Beschäftigung mit Lebensmitteln erlangte das Team ein tieferes Verständnis für die Mechanismen, die das selektive Essverhalten bei Kindern mit ASS antreiben.

    Diese Erkenntnisse bildeten das Fundament für das umfassendere „Schmetterling Programm“. Das integrative Modell umfasst neun therapeutische Dimensionen – darunter Hydrotherapie, Reittherapie und Psychodrama –, die als sequentielles System aufgebaut sind. Jede Phase des Programms baut auf der vorherigen auf, um die Entwicklung des Kindes in einem ganzheitlichen, strukturierten Umfeld zu fördern.

    Das von Bajaa während ihres Masterstudiums konzipierte Schmetterling Programm wurde an der Constructor University einer strengen empirischen Überprüfung und wissenschaftlichen Verfeinerung unterzogen. Es bietet damit einen vielversprechenden neuen Standard für die pädiatrische Intervention bei ASS.

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    Maike Lempka - Corporate Communications, Constructor University

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    Quellen: idw-online.de, Constructor University, Journal of Eating Disorders